Von Tag zu Tag : Wählerisch

Werner van Bebber grübelt über Wowereits Verhältnis zu Politik und Pop

Werner van Bebber

Das Dienstliche und das Private sind kaum noch zu trennen. Und keiner geht cooler mit den verwischten Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben um als der Regierende Bürger- und Zeremonienmeister dieser sich an sich selbst so gern berauschenden Stadt. Dabei wird Klaus Wowereit immer selbstbewusster – diese Woche hat es bewiesen. Die Kanzlerin, die ein gutes Gespür für Beliebtheitsgewinne bei halb privaten Auftritten hat – Fußball-EM, Bayreuth – ließ sich zum Bundeswehrgelöbnis vor dem Reichstag triezen; Wowereit nicht. Es wäre nach der Posse mit der Rasensprengeranlage, die das Bezirksamt Mitte gebracht hat, eine interessante Geste gewesen – zumal sich Wowereit für dieses Ereignis an diesem Ort eingesetzt hatte. Zwei Tage danach ließ er erklären, er werde „auf Einladung des Bürgermeisters von Athen“ das Abschiedskonzert von Nana Mouskouri besuchen. Dann kam der Tag des Obama – und Wowereit unterbrach dafür seinen Urlaub. Spannend wird es heute: Gibt es Fotos mit Wowereit als Gast auf der gestrigen Hochzeitsparty des Kanzlerinnenfriseurs Udo W.? Das kann die Merkel nämlich auch: zeigen, wo man nicht hingeht.

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