Von Tag zu Tag : Wie Ben Hur

Andreas Conrad hat seine S-Bahn dann doch noch erreicht

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Zu den Vergnügen, die unsere Avus für den Automobilisten bereithält, gehört das Messen des S-Bahn-Tempos. Straße und Bahnstrecke laufen parallel, bei synchronem Fahren genügt ein Blick auf den Tacho. Gegenwärtig funktioniert das nicht mehr. Die S-Bahn hat ihr Tempo reduziert, wer weiter mit ihr Schritt halten will, wird rasch zum Verkehrshindernis – eine wenig beachtete Folge der Probleme im öffentlichen Nahverkehr. Allerdings, wie fast alles im Leben hat auch die Schleichfahrt ihr Gutes. Man stelle sich einen Autofahrer vor, der an der Station Sundgauer Straße in Zehlendorf parken und die S-Bahn Richtung Innenstadt nehmen will, den Zug aber knapp verpasst. Früher musste er ergeben zehn Minuten warten, jetzt bietet ihm die lahme Bahn eine Alternative: Zurück zum Wagen, raus aus der Parklücke, dem Zug hinterher. Flott Unter den Eichen entlang, unter nicht allzu großzügiger Auslegung der Verkehrsregeln, auf die Stadtautobahn (Vorsicht: Blitzer!) – kurz vor dem S-Bahnhof Feuerbachstraße überholen wir den verpassten Zug. Der Rest ein Kinderspiel: Im Eiltempo zum Sachsendamm, links abbiegen, Parkplatz ansteuern, Sprint zum Bahnsteig – geschafft.

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