Berlin : Von Tag zu Tag: Wie die Nazis

Frank Jansen

Konflikte können tausende Kilometer entfernt sein, und doch bleibt Berlin nicht unberührt. Was sich im November an einer Schule in Tiergarten abgespielt hat, zeugt von der enormen Wucht der Auseinandersetzungen zwischen jüdischen Israelis und Palästinensern in Israel. Angesichts der hohen Zahl von Todesopfern dort erscheint die Aufregung bei arabischstämmigen Berlinern verständlich. Doch die Bedrohung eines Lehrers und der Versuch, antijüdische Äußerungen zu erzwingen, sind widerwärtig und durch nichts zu rechtfertigen. Das gilt genauso für die Steinwürfe arabischer Demonstranten auf die alte Synagoge in Essen und für die Welle der antisemitischen Angriffe weltweit seit Beginn der Intifada.

Mit solchen Methoden stellen sich militante Araber zumindest im Geiste an die Seite von alten und neuen Nazis. Die einerseits jeden Araber aus Deutschland heraustreiben wollen, andererseits jeden antisemitischen Fanatismus zynisch begrüßen: Beim jüngsten NPD-Aufmarsch in Berlin skandierten Skinheads "Solidarität mit Palästina". Da werden üble Erinnerungen wach. Im Zweiten Weltkrieg kollaborierten arabische Nationalisten sowie Moslems auf dem Balkan mit den Nazis. Aber auch deutsche Linksradikale scheuten sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht, mit "antizionistischen" Parolen einen nahezu wortgleichen Antisemitismus zu propagieren, wie ihn heute Rechtsextremisten herausschreien. Und fanatisierte Palästinenser.

Wer solche Umtriebe ablehnt, ist mitnichten ein Rassist. Wer das Existenzrecht Israels verteidigt, muss sich nicht als Bastard beleidigen lassen. Weder an einer Berliner Schule noch sonstwo.

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