Berlin : Von Tag zu Tag: Willkommen!

Ekkehard Schwerk

Von einer "Rollenverteilung" zwischen der Bundesregierung und den USA in dieser vertrackten Zeit ist die Rede. Und neben allen hochpolitischen Übereinkünften beim Kampf gegen die fanatisierte Heimtücke kommt am Rande eine umgekehrte Rolle im Notstands-Verhältnis zwischen Berlin und den USA zur Geltung. Die USA waren - mit Frankreich und Großbritannien - Schutzmacht, wurden das mit der friedlichsten Luftflotte, die je zum Einsatz kam: der Luftbrücke. Solange noch ein Mensch lebt, der diese Rettung erlebte, darf vom Dank Berlins gesprochen werden. Dank erweist sich tatsächlich bei Gelegenheit. Die Bundesregierung in Berlin will tausend New Yorker Jugendlichen und Kindern, die infolge des Anschlags vom 11. September Eltern oder Elternteile verloren haben, Flüge nach Berlin bezahlen.

Sie sollen also in diese Stadt kommen können, die sie zwar nicht trösten kann über einen Verlust, der lange, sehr lange jedem Einzelnen sehr weh tun wird, aber vielleicht etwas Stützendes zu vermitteln vermag: Sie kann, weil sie es will, als ferne Stadt in fernem Land den jungen Menschen herzliche Nähe vermitteln. Sie kann ihnen vielleicht auch einen Begriff davon geben, dass Gefährdung immer auf Gefährten setzen muss. Und auch, dass die Verletzung der Seele verstanden und so ein wenig gelindert wird. Die jungen Menschen sollen in Berlin willkommen sein.

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