Von Tag zu Tag : Wo ist der Föhn?

Andreas Conrad würde nie Aufkleber auf sein Auto pappen.

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Und zack auf den Lack. Senatsdienstwagen müssen einiges ertragen. Foto: dpa
Und zack auf den Lack. Senatsdienstwagen müssen einiges ertragen. Foto: dpaFoto: dpa

Vor einigen Jahrzehnten – es muss noch vor der Ära Kohl gewesen sein – wurde es im Vorwahlkampf unter Autofahrern leider Mode, die Partei ihres Herzens durch einen passenden Aufkleber am Heck kundzutun. Einer der einschlägigen Experten – es dürfte der ADAC gewesen sein – hob sofort warnend den Zeigefinger: Der Lack ist in Gefahr! Gut, dass sie nicht wussten, welche Verzierungen dem Lack in den folgenden Jahrzehnten drohten. Kopulierende Karnickel in dem in den USA „Rabbit“ genannten Golf etwa oder Aufkleber in der Form von Farbklecksen, eine ebenfalls längst erledigte Geschmacksverirrung. Und als neuestes Beispiel die Ausschmückung des Dienstwagens von Schulsenatorin Sandra Scheeres durch Erstklässer, die ihn am Mittwoch mit den nützlichen Aufklebern „ABC-Schützen schützen!“ zupflastern durften. Eine rührende, gleich noch an einem Polizeiauto erprobte Idee, was aber die Frage aufwirft: Kriegt man das spurlos wieder ab? Am besten so schnell wie möglich, raten entsprechende Seiten des Internets, das es in der Vor-Kohl-Zeit noch nicht gab. Messer, Rasierklingen, Stahlwolle als Hilfsmittel? Um Gottes willen! Am besten, so erfährt man, funktioniert es mit einem Föhn. Den wird die Senatorin ja hoffentlich haben.

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