Von Tag zu Tag : Zerquetschen!

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Eine Wanze unschädlich zu machen, war für James Bond keine Herausforderung: Er pflegte auf solch einem unlauteren Abhörmittel eine einzelne Weintraube zu zerquetschen, dann war am anderen Ende Funkstille. Heute geht das vermutlich nicht mehr so ohne Weiteres, die Wanzentechnik hat sich weiterentwickelt, ist nicht mehr mit einer so simplen, man muss fast sagen: biodynamischen Methode lahmzulegen. Das werden die Planer der neuen, im Aufbau begriffenen BND-Zentrale hoffentlich berücksichtigt haben und allerlei Abwehrmechanismen in den Zement mischen. Gleichwohl bleibt so ein Geheimnisbau ein stets gefährdetes Projekt, man erinnere sich nur an den Bau der neuen US-Botschaft in Moskau 1988, die, fast fertiggestellt, als total verwanzt erkannt, daher kurzerhand wieder abgerissen und noch einmal gebaut wurde – nunmehr mit eigenem handverlesenem Personal. Eine ähnliche Panne wird man in Berlin ausschließen können, ehemalige KGB-Angehörige mit Liebe zur Wanze dürfte man unter hiesigen Baukolonnen kaum finden. Falls aber doch, hätte das auch Vorteile. Ein Bau von knapp 800 Millionen Euro vor der Eröffnung unter der Abrissbirne und gleich noch einmal hingemörtelt: Welch großartiges Konjunkturprogramm.

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