Von Tag zu Tag : Zocken lassen

Bernd Matthies rät zu mehr Gelassenheit in Sachen Spielkasinos

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Wer geht da eigentlich rein? Immer mehr zum „Spielkasino“ umfrisierte Ladengeschäfte breiten sich in Berlin aus. Es scheint, als wäre das ein Patentrezept, mit dem sich Leerstand in allerseits gewinnträchtige Nutzung verwandeln lässt – Verluste der zockenden Kunden ausgeklammert. Niemand weiß nichts Genaues, aber fast alle sind sich einig, dass etwas gegen die weitere Ausbreitung getan werden muss. Gesetzliche Beschränkungen je nach Einwohnerzahl, höhere Vergnügungssteuer, es gibt viele Gegenmittel. Und alle lassen ahnen, dass sie entweder nichts nützen oder auf dem Weg durch die Instanzen zerlegt werden.

Deshalb riecht das, was gegenwärtig im Abgeordnetenhaus vorbereitet wird, auch kräftig nach Aktionismus, ungefähr so, als versuchte man, die Zahl der Alkoholsüchtigen durch Begrenzung der Kneipenzahl in den Griff bekommen. Wenn aber zutrifft, dass es vor zehn Jahren bereits mehr Konzessionen für solche Betriebe gab als jetzt, dann wäre im Gegenteil Gelassenheit das richtige Mittel. Wenn sich mit neuen Zockerbuden kein Geld mehr machen lässt, dann vermehren sie sich auch nicht mehr (S. 13).

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