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2400 Beamte waren zum Obama-Besuch im Einsatz. Ein Erlebnis mit einem Beamten aus Sachsen-Anhalt muss aufgeschrieben werden.

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Vor dem Panzer am Sowjetischen Ehrenmal fotografierten sich die Beamten. Einem passte nicht, dass es einen zweiten Fotografen gab.
Vor dem Panzer am Sowjetischen Ehrenmal fotografierten sich die Beamten. Einem passte nicht, dass es einen zweiten Fotografen gab.Foto: Hasselmann

Es ist alles ruhig und im Griff, die Lage stabil“, lautete zur Halbzeit des Obama-Besuchs die Bilanz der Berliner Polizei. Die Lage war morgens sogar so ruhig, dass sich eine Viertelhundertschaft der sächsisch-anhaltinischen Polizei zum Gruppenfoto aufstellte, man ist schließlich in der Hauptstadt. Erst auf dem Mittelstreifen der Straße des 17. Juni, dann vor dem Sowjetischen Ehrenmal mit dem Panzer. Die Beamten lachen, sind guter Dinge. Nur einer nicht, der heranstürmt, als er einen nicht uniformierten Fotografen entdeckt. „Löschen, oder ich beschlagnahme die Kamera!“, so sein barscher Befehl. Der Einwand, dass das Foto vom Gruppenbild nur die gelöste Stimmung beim Obama-Besuch einfangen sollte, interessiert ihn nicht. Die Personalien werden aufgenommen, verbunden mit einer Drohung: Bei Veröffentlichung Strafanzeige! Bei vielen Menschen steht Berlins Polizei im Ruf, gerne ruppig zu agieren. Diesen Menschen sei gesagt: Unsere Beamten sind geradezu liebreizend, verglichen mit diesem Kollegen.

Am Tag nach dem Vorfall teilte die Berliner Polizei mit, dass eine Gruppe von Polizisten im Dienst sehr wohl fotografiert werden darf.

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