Von Tiergarten nach Tempelhof : Das Franziskus-Krankenhaus soll geschlossen werden

Die Klinik in der Budapester Straße wird nach Tempelhof ziehen. Das dortige St. Josephs-Krankenhaus soll bis dahin baulich erweitert werden.

Eine wohnortnahe notfallmedizinische Basisversorgung für das bisherige Einzugsgebiet soll gewährleistet bleiben. (Symbolbild)
Eine wohnortnahe notfallmedizinische Basisversorgung für das bisherige Einzugsgebiet soll gewährleistet bleiben. (Symbolbild)Foto: dpa

Das Franziskus-Krankenhaus in der Budapester Straße in Tiergarten soll in vier Jahren geschlossen werden. Das bestätigte die Leiterin der Unternehmenskommunikation des Klinikträgers Elisabeth Vinzenz Verbund (EVV), Diana Thomas, am Sonntag dem Tagesspiegel. Man wolle das ebenfalls zur EVV gehörende St. Joseph Krankenhaus in Tempelhof baulich erweitern, sprich: um zwei Etagen aufstocken und die im Franziskus-Krankenhaus angesiedelten Abteilungen für Urologie und Gefäßmedizin dort integrieren.

Zur Umsetzung des neuen Konzeptes mit Gesamtkosten von voraussichtlich 39 Millionen Euro hat der EVV Fördermittel aus dem Krankenhausstrukturfonds des Bundes beantragt und Vorplanungsunterlagen bei der Senatsverwaltung für Gesundheit eingereicht. Sollten diese und das Bundesversicherungsamt die Genehmigung erteilen, werde der Bund die Hälfte der Kosten tragen und das Land Berlin und der Krankenhausträger jeweils 25 Prozent übernehmen.

„Wenn wir die Genehmigung erhalten, wird es eine mindestens vierjährige Bau- und Übergangsphase geben, in der alle medizinischen Leistungen am Franziskus-Krankenhaus in gleichem Umfang und mit gleicher medizinischer und pflegerischer Personalstärke weitergeführt werden“, sagte Diana Thomas.

Die Mitarbeiter sind bereits informiert

Auch die Rettungsstelle in der Budapester Straße soll bis zum Umzug wie gewohnt weiterarbeiten. Danach könnten ihre Aufgaben von umliegenden Notaufnahmen in Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte sowie von der Notaufnahme im St. Joseph Krankenhaus mit Spezialisierung auf kinder- und jugendmedizinische Notfälle abgedeckt werden.

Die Mitarbeiter seien bereits informiert worden, dass alle Arbeitsplätze des Franziskus-Krankenhauses, wo derzeit 54 Ärzte und etwa 200 Pflegekräfte beschäftigt sind, an den beiden Standorten erhalten bleiben, sagte Diana Thomas. Erst vor wenigen Tagen war über betriebsbedingte Kündigungen am Franziskus- Krankenhaus berichtet worden. Das Unternehmen hatte dies bestätigt und damit begründet, dass der EEV die Klinik erst Ende 2015 in einer extrem schwierigen wirtschaftlichen Lage übernommen habe, um eine drohende Schließung der Einrichtung zu verhindern.

Zu diesem Zeitpunkt hätten sich die Verluste auf 15 Millionen Euro belaufen. Deshalb seien vor mehr als einem Jahr leider auch betriebsbedingte Kündigungen von 34 Beschäftigten in Dienstleistungsbereichen des Krankenhauses notwendig gewesen. Der Umzug ins St. Joseph Krankenhaus diene letztlich auch der Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze.

Am Standort in der Budapester Straße soll nach Angaben von Diana Thomas ab 2021 die ambulante Behandlung in einem Medizinischen Versorgungszentrum mit Arztpraxen und Rehabilitationsangeboten erfolgen. Eine wohnortnahe notfallmedizinische Basisversorgung für das bisherige Einzugsgebiet werde ebenfalls gewährleistet sein.

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