Berlin : Von Wassermännern und Vampiren

Bei den 17. Berliner Märchentagen geht es um Mythen aus Donauländern Die rund 800 Veranstaltungen stehen im Zeichen des Flusses

Daniela Martens

Es war einmal ein kleiner Wassermann. Der lebte in einem schmalen Wasserlauf in der Slowakei. Immer wieder hörte er von den Wundern, die es in der breiten blauen Donau geben sollte: Von Nixen, Delphinen und dem Donaukönig. Also machte er sich auf den Weg dorthin ...

Das slowakische Märchen vom Wassermann Georg Gänsewein ist nur eins von vielen, die sich um die Donau ranken. Und die Slowakei ist längst nicht das einzige Land, aus dem diese Märchen stammen: Auch in Ungarn, Deutschland, Österreich, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldau und der Ukraine spinnen sich Mythen und Sagen um den Fluss. Geschichten aus zehn Donauländern werden in diesem Jahr auf den Berliner Märchentagen erzählt. Das Motto lautet: „Die Donau – ein Märchenfluss“.

Zum 17. Mal beginnt heute das grösste Märchenfestival der Welt: Bis zum 19. November wird es rund 800 Veranstaltungen an 270 Orten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geben: Lesungen, Hörspiele, Theaterstücke, Konzerte, Ausstellungen und Filme über die Länder am zweitgrößten Fluss Europas.

Feuer, Tanz, Gesang, Theater und Akrobatik gibt es am morgigen Freitag ab 18 Uhr bei dem großen Auftakt-Familienfest im Ringcenter an der Frankfurter Allee in Friedrichshain (Eintritt frei): Bei„Sissi trifft Dracula“, begegnen sich das Gute und das Böse in einer Show. Die Zuschauer entscheiden, ob nun Sissi oder Dracula gewinnt.

Weitere Höhepunkte der Märchentage: Das Vampir-Symposium mit dem Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein am 11. November. Und die „Lange Nacht der Märchenerzähler“ am 18. November. Rund 200 Erzähler, Autoren und Schauspieler, Tänzer und Musiker treten in den zwei märchenhaften Wochen auf, einige gleich mehrmals.

Wie Uwe Günzel aus Buchow in Brandenburg. Wenn der Märchenerzähler von der Donau erzählt, deuten seine Handbewegungen Wellen an. Zu einem der Donauländer hat er eine besondere Beziehung: „Die Märchenbegeisterung habe ich von meiner Großmutter und die kam ein bisschen aus Ungarn.“ Sie reiste als junge Frau mit einem ungarischen Reiter durch die Puszta – und brachte viele Geschichten mit nach Deutschland. Das Märchen von Georg Gänsewein hat Günzel jedoch nicht von ihr. Was der Wassermann in der Donau erlebt – das erfahren seine Zuhörer bei den Märchentagen.

Alle Veranstaltungen unter:

www. maerchenland-ev.de

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