Vor dem Prozess im Fall Mohamed und Elias : Todesdrohungen gegen den Angeklagten

Gegen den mutmaßlichen Kindermörder Silvio S. beginnt am 14. Juni der Prozess. Im Internet wurden "Taten" angekündigt, die Polizei ist alarmiert.

Kerzen, Blumen und Fotos des verstorbenen Flüchtlingsjungen Mohamed.
Kerzen, Blumen und Fotos des verstorbenen Flüchtlingsjungen Mohamed.Foto: dpa

Gegen den mutmaßlichen Kindermörder Silvio S. gibt es vor Prozessbeginn am Dienstag offensichtlich Todesdrohungen. Im Internet seien „Taten“ im Umfeld des Prozesses angedroht worden, sagte der Präsident des Landgerichts Potsdam, Dirk Ehlert, am Freitag bei einer Vorbesprechung mit Journalisten. Die Polizei sei  alarmiert. Für den Prozess seien besondere Anordnungen erlassen worden, so Ehlert, auch weil das Gerichtsgebäude in der Jägerallee eigentlich nicht für Verhandlungen unter extremen Sicherheitsvorkehrungen geeignet sei.

So wird der Saal 8 im Justizzentrum am Dienstag von Wachtmeistern und Polizisten gesichert. Laut Gerichtsanordnung werden Besucher über einen Hintereingang in den Saal geleitet. Bei sämtlichen Zuschauern – auch bei Journalisten – werden vor Prozessbeginn um 10 Uhr  Taschen kontrolliert, auch ein Metalldetektor kommt zum Einsatz. Zugang erhält nur, wer sich ausweisen kann. Der Saal hat 54 Sitzplätze, 24 davon sind für Journalisten vorgesehen. Es wird mit bundesweitem Medieninteresse gerechnet. Für den ersten Prozesstag sind sechs Zeugen geladen. Ein Urteil wird am 26. Juli erwartet.

Mutter wird als Nebenklägerin auftreten

Der heute 33 Jahre alte Silvio S. hatte im Oktober gestanden, den sechs Jahre alten Elias aus Potsdam im Juli 2015 und den vierjährigen Flüchtlingsjungen Mohamed aus Berlin im Oktober 2015 entführt und getötet zu haben – aus sexuellen Motiven. Die Mutter von Elias wird an dem Prozess als Nebenklägerin und Zeugin teilnehmen, teilten ihre Anwälte jetzt mit.

Der Presse gegenüber wolle sie sich  nicht äußern. Im Hinblick auf die „enorme psychische Belastung“ seit dem Tod ihres Sohnes bitte man die Medien dies zu respektieren und die Mutter nicht zu bedrängen, so die Anwälte weiter. HK

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