Berlin : Vor den goldenen Bären kommen die Teddys

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Auch am neuen Festspielort wird an Traditionen nicht gerüttelt: Heute Abend werden die Teddys verliehen, einen Tag, bevor die Goldenen und Silbernen Bären im Wettbewerb vergeben werden. Wieder ist die Kongresshalle an der John-Foster-Dulles-Allee Austragungsort, einige Karten für die Preisverleihung sind an der Abendkasse noch erhältlich. Die sogenannte Kategorie II (Videoübertragung der Verleihungszeremonie und den Eintritt zur Party) kostet 30 Mark, Karten nur für Party 23 Mark.

Die Jury des Filmpreises setzt sich zusammen aus Machern diverser schwul-lesbischer Filmfestivals. Am Mittwoch trafen sich knapp einhundert Festivalmacher aus aller Welt zu einem Erfahrungsaustausch im Kreuzberger SO36. Darüber hinaus gewinnt die Berlinale immer stärker an Bedeutung als Treffpunkt von Regisseuren und Produzenten lesbisch-schwuler Filme. Wichtigster Spielort dieser Filme ist das Panorama, unter der Leitung von Wieland Speck. Er begründet die Notwendigkeit für den Teddy: "Es ist immer noch nicht möglich, mit Filmen mit schwul-lesbischen Themen Karriere als Filmemacher zu haben." Die Berlinale soll zeigen, dass solche Filme ihr Publikum finden können, und durchaus auch kommerzielle Erfolge sein können.

Trotzdem ist Wieland Speck froh, dass die diesjährige Auswahl nicht so "windelweich" war: "Ich bin froh, dass wir diesmal Filme dabeihatten, die genau hingucken, was wirklich passiert. Speck nennt als Beispiel "Zurück auf Los", der In Prenzlauer Berg spielt und viele Details aus dem realen Leben spiegelt. Als einer der Favoriten für den Teddy in der Sparte Dokumentarfilm wird "Paragraph 175" gehandelt, eine amerikanische Produktion, die die Spuren homosexueller Nazi-Opfer aufspürt.

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