Vor der Eröffnung : Flughafen wird vor dem Start erweitert

Kurz vor Flughafeneröffnung werden zusätzliche Schalter für den Check-In gebaut, angeblich nur "zur Sicherheit". Haben sich die Experten doch verplant?

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Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung für das Flughafen-Desaster übernommen. Am 24.05.2013 wies er jedoch eine persönliche Verantwortung für die mehrfache Verschiebung des Eröffnungstermins im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses von sich. Doch nun, Mitte Dezember ist sein Comeback als Aufsichtsrat sicher.Weitere Bilder anzeigen
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13.12.2013 10:52Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung...

Wenige Wochen vor der Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld hat sich die Flughafengesellschaft entschlossen, die Anlage noch schnell zu erweitern, bevor der erste Passagier abgeflogen ist. Um eine Rückfallebene zu haben, werde „zur Sicherheit“ der Check-in-Bereich vergrößert, bestätigte Flughafensprecher Leif Erichsen am Dienstag. In einer Leichtbau-Konstruktion neben dem Hauptterminal sollen 20 zusätzliche Schalter untergebracht werden. Rund 2,5 Millionen Euro müssen dafür nach Erichsens Angaben aufgebracht werden. Bisher waren an acht sogenannten Check-Inseln 94 Schalter vorgesehen. Tegel und Schönefeld haben derzeit zusammen 186.

In Bau sind bereits zwei weitere Pavillons mit 24 zusätzlichen Schaltern, die im April 2013 fertig sein sollen. Deren Bau war durch aufwendigere Kontrollanlagen erforderlich geworden. Vorwürfe, die Kapazität beim Einchecken sei falsch berechnet worden, wies der Sprecher zurück. Dass es eng werden könnte, habe erst der Probebetrieb gezeigt. Ob die jetzt noch schnell zu bauenden Zusatzschalter tatsächlich benötigt werden, könne man noch nicht sagen. Sie sollen später abgebaut werden, wenn der Betrieb rundlaufe, sagte Erichsen. Die Anlage widerspricht nämlich dem bisherigen Konzept, wonach alle Passagiere zentral im Hauptterminal abgefertigt und kontrolliert werden, um anschließend den Marktplatz mit seinen Geschäften zu durchqueren. Der Weg von der provisorischen Anlage führt an den Läden vorbei direkt in den Hauptpier.

Unterdessen hat der Würzburger Anwalt Wolfgang Baumann, der mehrere Anwohner vertritt, beantragt, den Eröffnungstermin 3. Juni zu verschieben, weil die meisten Anwohner noch keinen Lärmschutz erhalten hätten. Die Antragsteller wollten auch vor Gericht gehen, kündigte Baumann gestern an. Die Planfeststellungsbehörde in Potsdam will den Antrag nun prüfen.

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