Vor der Wahl : Früherer PDS-Chef will in den Bundestag

Linkspolitiker Stefan Liebich hat zwei Mal erfolglos für den Bundestag kandidiert. In diesem Jahr könnte der frühere Vorsitzende der Berliner PDS eine realistische Chance haben.

Lars von Törne

BerlinZwei Mal hat Stefan Liebich bereits erfolglos für den Bundestag kandidiert, zuletzt vor vier Jahren als direkter Herausforderer von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse in Pankow. Bei der Bundestagswahl am 27. September hat der frühere Berliner PDS-Vorsitzende, der für die Linke im Abgeordnetenhaus sitzt, jetzt erstmals realistische Chancen, den Sprung in die Bundespolitik zu schaffen. Liebich will sich nämlich nicht nur an diesem Wochenende in Pankow um eine erneute Direktkandidatur für die Linke bewerben, sondern im März auch auf die Landesliste für die Bundestagswahl kommen. Das sagte der 37-Jährige dem Tagesspiegel am Montag.

Liebich setzt darauf, Ende März auf den aussichtsreichen Platz 4 der Linken-Liste gewählt zu werden. Dort kandidierte bei der letzten Bundestagswahl erfolgreich Hakki Keskin, der laut Liebich aber nicht wieder antritt. Keskin selbst wollte sich dazu gestern nicht äußern. Auf den ersten drei Plätzen der Berliner Linken-Liste wird voraussichtlich erneut das Bundestagstrio Gregor Gysi, Petra Pau und Gesine Lötzsch kandidieren.

„Ich will mich bemühen, die guten Erfahrungen in einer linken Regierung, die ich in den vergangenen sieben Jahren gesammelt habe, in die Bundespolitik einfließen zu lassen“, sagte Liebich. Er wolle bis zur übernächsten Bundestagswahl dabei helfen, mehr Überschneidungen zwischen SPD, Linken und Grünen im Bund zu erreichen, um damit einer rot-roten oder rot-rot-grünen Bundesregierung den Boden zu bereiten.

Eine weitere Berliner Politikerin, die bisher mehr inner- als außerhalb der Partei bekannt war, will im Herbst ebenfalls in den Bundestag einziehen: Die stellvertretende Linken- Bundesvorsitzende Halina Wawzyniak, die in der Bundestagsfraktion der Partei als Juristin arbeitet, will in Friedrichshain-Kreuzberg direkt kandidieren und strebt den nach jetziger Berechnung ebenfalls noch aussichtsreichen Platz 5 auf der Linken-Landesliste an. Sie will sich vor allem für Bürgerrechte stark machen – ein Anspruch, den sie ihrem Kreuzberger Gegenkandidaten von den Grünen, Christian Ströbele, abspricht. 

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