Vor Gericht : Prozess um Tod einer Mutter unter strenger Bewachung

Dem Angeklagten wird vorgeworfen im Sommer 2010 seine Ehefrau erstochen zu haben. Nun muss er nicht nur die Verurteilung, sondern auch die Rache der Familie der Toten fürchten.

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Racheaktionen im Gerichtssaal wurden nicht ausgeschlossen: Unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen begann der Prozess wegen Totschlags gegen den 35-jährigen Fahrettin M., der seine Ehefrau erstochen und in der Spree versenkt haben soll. Es soll im Vorfeld der Verhandlung beunruhigende Hinweise gegeben haben, hieß es. „Kreise der Getöteten“ hätten gedroht, die Bestrafung des mutmaßlichen Täters selbst in die Hand zu nehmen. Ruhig hörten sich die Zuhörer – darunter Freunde und Verwandte des Opfers – die vorsorglichen Mahnungen an.

Fahrettin M. soll die vierfache Mutter mit 15 Messerstichen umgebracht haben. Gülsen M. starb laut Anklage im Kinderzimmer der gemeinsamen Wohnung im Märkischen Viertel. Ein Streit sei vorausgegangen, in dem die 28-Jährige wieder einmal sein mangelndes Interesse für die Familie kritisiert habe. Sie wollte sich Angaben zufolge endlich von dem Mann, der sie mehrfach geschlagen haben soll, trennen. Sieben Wochen später wurde ihre Leiche in der Spree gefunden. Spaziergänger hatten am 22. August letzten Jahres an der Schleuse Charlottenburg einen Plastiksack entdeckt und die Polizei verständigt.

Mit einem „scharfen Gegenstand“ soll M. auf seine Frau eingestochen haben. Als ihre Eltern wenige Tage später sorgenvoll nach der Tochter suchten, meinte der Schwiegersohn, sie habe die Familie – mit Kindern im Alter von acht Monaten bis neun Jahren – einfach im Stich gelassen. Ihre Eltern aber gingen zur Polizei und meldeten Gülsen M. als vermisst. Fahrettin M. bestritt die Vorwürfe bislang. Zu Prozessbeginn schwieg er, wird sich aber nach Angaben der Verteidigung möglicherweise am Freitag äußern.

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