Berlin : Vorführeffekt

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VON TAG ZU TAG

Ariane Bemmer bedauert

den Kabelausfall während der IFA

Die arme IFA. Da funkt und strahlt es unterm Funkturm, Fernsehanstalten und Technikkonzerne überschlagen sich mit tollsten Erfindungen, Neuerungen, Innovationen, rufen ununterbrochen: Guckt mal! – und draußen klemmt ein Kabel und zigtausende Berliner sehen nichts. Nicht mal die Abendschau. Das nennt man Vorführeffekt. Wir kennen das. Wenn man entrüstet mit dem neuen Kassettenrekorder in die Reklamationsabteilung läuft, weil er eiert und dann drückt der Servicemitarbeiter die PlayTaste und das Band läuft anstandslos. Wenn man mit seinem grünen Daumen prahlt und dann die Blumen des Nachbarn ertränkt. Wenn man den ganzen Tag Köpper vom Ein-Meter-Brett geübt hat und wenn Mutti dann endlich guckt, kommt nur ein Bauchklatscher raus. Oder aus dem Fernsehen: Da ist es der Hund, der nicht hört, weshalb sein Herrchen alkoholfreies Bier trinkt. Sehr sympathisch. Aber das konnte ja kaum einer sehen.

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