Berlin : Vorgemacht

Werner van Bebber

Kaffee? Zigarette? Nun erzählen Sie mal, wie alles kam... Polizisten sind im Umgang mit mutmaßlichen Verbrechern zur Geduld gezwungen. Oft müssen sie sogar Verständnis zeigen oder simulieren. Das gehört zum Job und wird trotzdem manchen Ermittler innerlich anwidern. Daraus haben Polizisten in einer Direktion in der Pankstraße jetzt Konsequenzen gezogen. Der pfleglich-fürsorgliche Umgang mit Tätern muss oft sein – aber man muss darüber nicht die Opfer aus dem Blick verlieren. Wenn einer einfach Ruhe haben will und etwas Zuwendung, findet er in der Direktion 1 jetzt einen „Raum der Stille“. Der steht Verbrechensopfern ebenso offen wie Zeugen oder Polizisten, die einen besonders harten Einsatz hinter sich haben. Der Raum steht noch für etwas anderes: Die Berliner Polizei ist in der Gegenwart angekommen – in einer Gegenwart, in der von den Ermittlern bis zu den Politikern viele den Eindruck haben, dass der Täterschutz zu lange zu wichtig genommen wurde, der Opferschutz aber überhaupt nichts galt. Und dagegen kann man etwas tun.

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