Berlin : Vorm Einschlafen die Fischchen zählen

Das neue Radisson-SAS-Hotel wird heute eröffnet. Seine Attraktion ist der Aqua-Dom

Lothar Heinke

Die Attraktion dieses Hotels ist einmalig in Berlin – da stellt der Gast an der Rezeption ganz spontan seinen Koffer hin, guckt in die Luft und staunt. Im himmlischen Dunkelblau des dicken, nicht enden wollenden (25 Meter hohen!) Glaszylinders mitten in der Lobby gurgelt eine Million Liter Salzwasser um exotisch bunteFische. Es sollen 2500 sein. In gut drei Jahren wurde das neue Radisson-SAS-Hotel auf dem Grund des vormaligen DDR-Palast-Hotels direkt an der Spree gegenüber vom Dom erbaut. Heute ist Eröffnung.

Wasser ist das beherrschende Element. Der „Aqua-Dom“ im Atrium ist der Star, und auch in jedem Zimmer plätschert, gießt und fließt es auf dekorativem Bilderschmuck. Es gibt eine Aqua Lounge mit 40 Wässerchen (inclusive Wodka). Die Terrasse des Restaurants „HEat“ hat den Blick über den Fluss zum Dom – und schließlich rauscht es in der Gegenstromanlage des Schwimmbads.

Das Fünf-Sterne-Haus besitzt fünf Konferenzräume und 427 Zimmer, 96 haben einen kleinen engen Balkon, auf dem sich abends zwei Leute mit Blick auf die „Linden“ zuprosten können. 102 Zimmer sind so angeordnet, dass der Gast „nach innen“, also zum Hof, blickt – hier hat er den AquaDom vor Augen und kann statt der Schäfchen zum Einschlafen die Fische zählen.

Übrigens wird eine der am meisten gestellten Fragen sein, ob der Gast des Hauses mit dem gläsernen Lift mitten durch die Fischpracht gleiten kann. Kann er leider nicht. Die Hotelzimmer sind über andere Fahrstühle zu erreichen, und wer durch den Aqua-Dom fahren möchte, muss sich eine Karte kaufen. Für 13,50 Euro kann er dann auch die Unterwasserlandschaft „Sea Life“ besuchen. Für das Standardzimmer zahlt man pro Person 160 Euro, in der Hauptsaison 180, das Frühstück kostet montags bis freitags 19 Euro extra.

Die Architektin und Designerin Yasmine Mahmoudieh hat für die mit modernster Technik und LCD-Flachbildschirmen bestückten Zimmer einen modernen, fast puristischen Stil mit warmen, hellen Farben gewählt. Das Haus soll für alle Berliner offen sein, vor allem die Gastronomie mit dem Restaurant „HEat“ und seiner offenen Showküche, einer „Noodle Kitchen“ mit asiatischer Küche direkt an der Spreeufer-Promenade und der „Aqua Lounge“-Bar. Der 54-jährige Direktor Werner Knechtli ist seit 1984 bei der Hotelkette Radisson SAS tätig, leitete SAS-Hotels in Wien, Prag und London. In Berlin hat er 220 Mitarbeiter – alte Hasen, Neulinge, Berliner und dienstbare Geister aus dem ganzen Land. Einer davon ist Michael Knapp. Die schwarze Melone bändigt seine rote Haarpracht, der Gehrock und ein gelber Schlips lassen den Doorman very british erscheinen. Er wünscht sich in seinem neuen Job „viele nette, freundliche Gäste“, und uns, dass wir bald wiederkommen – nicht nur wegen der Fische.

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