Berlin : Vorn und hinten

Christian van Lessen

versteht das Ergebnis einer Berlin-Umfrage nicht Lesen wir die neueste bundesweite Umfrage zur Wohnort-Zufriedenheit, landet Berlin unter den 15 größten Städten wieder nicht auf Platz 1. Wir haben die besten und meisten Kneipen, das größte Stadion, das größte Strandbad. Wir haben Touristenströme, von denen andere Städte träumen. Die Gäste internationaler Kreuzfahrtschiffe, die in Rostock vor Anker gehen, wollen nur das eine: nach Berlin. Wir haben drei Opern, wir unterrichten die meisten Studenten, fahren die meisten Autos. Wir haben die schönsten Wälder in nächster Nähe, die coolsten Strandbars, die eine Stadt nur haben kann. Und bald eröffnen wir auch den größten Bahnhof. Zieht der Karneval der Kulturen durch die Straßen, beneiden uns viele Weltstädte. Wir haben den turbulentesten 1. Mai, die schrillsten Graffiti. Sucht Hollywood nach auswärtigen Kulissen, sind wir eine Top-Adresse. Was aber hat Stuttgart, was wir nicht haben? Na gut, vielleicht die Kehrwoche. Aber die am Neckar sind da, wo eigentlich wir hingehören: ganz vorn. Wir sind... wollen wir das wirklich wissen? Kann gar nicht stimmen. Aber besser als Duisburg, das Schlusslicht, sind wir allemal. Die haben bloß einen größeren Hafen.

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