Berlin : Vorsicht, Nachbar

Foto: promo/Verleih
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Yehya wohnt in Neukölln, ist 17 Jahre alt, Sohn palästinensischer Flüchtlinge und im Film ein guter Schüler. Dann der Schnitt: Yehya begeht einen Raubüberfall, wird zu drei Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt, ist längst polizeibekannt. 90 Minuten dokumentiert der Film „Gangsterläufer“ die Geschichte einer misslungenen Integration: „Sarrazin pur“ nennt das Hajo Schäfer, Leiter vom Filmfestival „Achtung Berlin“, wo der Streifen am 15. April zu sehen sein wird. Zum siebten Mal hat sich der Filmwettbewerb für Neues Deutsches Kino dem Stadtgeschehen verschrieben. Die Filme werden gezeigt vom 13. bis zum 20. April im Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz, im Filmtheater am Friedrichshain, in der Passage Neukölln sowie in der Volksbühne und im Kino International. Der Eintritt kostet zwischen sieben und 15 Euro.

Das Spektrum der Filme umfasst verschiedene Genres und Themen, alle 80 Wettbewerber kommen aus Berlin. Die Preisverleihung findet in vier Kategorien statt. Unabhängige Produktionen mit einem kleinem Budget konkurrieren gegen internationale Produktionen. Die Idee zum Film „Gangsterläufer“ ist in der Privatsphäre des Regisseurs Christian Stahl entstanden: Er lebte im selben Haus wie Yehya, und auch er war positiv überrascht von dem Integrationswillen seines Nachbarn. Dass er sich innerhalb von zwei Jahren zum Intensivstraftäter entwickeln würde, ahnte er damals nicht. Einige Szenen drehte Stahl im Gefängnis; heute droht Yehya die Abschiebung.

Zur Berliner Filmpremiere im Kino Babylon werden Innensenator Ehrhart Körting und die Schauspieler Jessica Schwarz, Daniel Brühl und Max Hegewald erwartet.ecp

Details zum Festivalprogramm

www.achtungberlin.de

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