Berlin : Vorsicht vor dem Ami! Im Nikolaiviertel beginnt die Historiale

Foto: dpa/Jörg Carstensen
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Was treiben amerikanische Militärpolizisten, ein Schmuggler, ein CIA-Agent, einige ältere Damen und Leute mit Koffern voller Lucky-Strike-Zigaretten vor der Nikolaikirche? Sie üben für die Historiale, die von Freitag, 16 Uhr, bis Sonntag im Nikolaiviertel stattfindet und diesmal unter dem Motto „Berlin – Hauptstadt der Spione“ steht. Im Nachkriegs-Berlin blühte der Schwarzmarkt, „wir spielen ihn nach, um die Atmosphäre von damals aufleben zu lassen“, sagt der Initiator der Historiale, Wieland Giebel. Unter den 30 Schwarzmarkt-Komparsen ist auch eine Frau, die 1946 von ihrer Mutter als Elfjährige auf den Schwarzmarkt geschickt wurde, „um unseren geliebten Hund zu verkaufen. Das war grausam“. In diesem Moment stürzen sich drei Amis mit dem weißen Helm der Militärpolizei auf die Schwarzhändler, die vor der Razzia davonrennen – oder verhaftet werden.

Auch zu dieser Historiale sind zahlreiche Marktstände aufgebaut, es gibt Bücher zum Thema Nachkriegs-Berlin. „Vor allem aber wird es ein sehr musikalisches Fest“, sagt Wieland Giebel. „DJ Grammophon und insgesamt acht Bands und einige Chöre lassen auf der Bühne am Eingang zur Nikolaikirche den Swing der Nachkriegszeit aufleben. Auch der ältesteRock-’n’-Roll-Club Deutschlands ist dabei, das Berliner Straßentheater zeigt szenische Darstellungen unter dem Motto „Berliner Luft ist jünstig“, und im kleinen Theater am Nikolaikirchplatz 5–7 gibt es eine Reminiszenz von der Luftbrücke bis zum Wirtschaftswunder: „Der Insulaner verliert die Ruhe nicht“. Zur letzten Historiale über die zwanziger Jahre kamen 60 000 Besucher. Lo.

Das Programm der Historiale unter:

www.historiale.de

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