Berlin : Vorwurf der Vergewaltigung gegen Hausmeister

Berlin - Acht Jahre vergingen von der Anzeige bis zum Prozess: Ein früherer Hausmeister muss sich wegen Vergewaltigung einer Putzfrau vor Gericht verantworten. Um sechs Fälle in den Jahren 2003 und 2004 geht es. Es geschah laut Anklage in einer Wohnanlage in Lichtenberg, die weitgehend menschenleer war. Die Frau sei ihm schutzlos ausgeliefert gewesen. Der 53-jährige Angeklagte, der in einem Rollstuhl in den Saal geschoben wurde, reagierte mit nur einem Satz auf die Vorwürfe: „Das stimmt alles nicht.“

In einer Abstellkammer im achten Stock des Plattenbaus soll es erstmals zu einem Übergriff gekommen sein. Der Hausmeister habe die Tür von innen verschlossen, gab das mutmaßliche Opfer später zu Protokoll. Sie wolle doch nicht, dass er ihrem Vorgesetzten berichte, dass sie nicht sorgfältig arbeite, soll er der damals 24-Jährigen gedroht haben. Aus Angst um ihren Arbeitsplatz habe sie ihn oral befriedigt. Der Hausmeister soll davon Fotos gemacht und damit später erneut Sex erpresst haben.

Einer Arbeitskollegin hatte sich die Putzfrau schließlich offenbart. Sie gingen zur Polizei. Einige Monate später erhob die Staatsanwaltschaft Anklage. Danach aber hing das Verfahren in der Warteschleife der Justiz. Die damals zuständige Strafkammer war überlastet, dann wurde ein psychologisches Gutachten zur Aussage der Zeugin beantragt. Zudem war der erkrankte Angeklagte längere Zeit nicht verhandlungsfähig. Die Verhandlung wird am Dienstag fortgesetzt. K.G.

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