• Vorwurf: Frau gegen Willen weiter gepflegt Charité ignoriert angeblich Patientenverfügung

Berlin : Vorwurf: Frau gegen Willen weiter gepflegt Charité ignoriert angeblich Patientenverfügung

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Die Charité kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Wie jetzt bekannt wurde, hat der Münchener Medizinrechtler Wolfgang Putz am 11. Oktober Anzeige gegen das Universitätsklinikum erstattet. Denn eine 86-jährige Krebskranke wurde auf der Intensivstation 8 offenbar gegen ihren ausdrücklichen Willen mehrere Wochen lang künstlich am Leben erhalten. Sollte es zu einer Anklage kommen, wird das Amtsgericht Berlin prüfen müssen, ob die von den Oberärzten angeordneten lebensverlängerenden Maßnahmen als Körperverletzung einzustufen sind. Die Charité wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Die inzwischen verstorbene Frau aus Mitte hatte mit Hilfe des Humanistischen Verbandes eine Patientenverfügung aufgesetzt, die alle zwei Jahre aktualisiert wurde. Darin lehnte die schwerkranke Berlinerin lebensverlängernden Maßnahmen ab. 2005 wurde sie wegen eines Knochenbruchs in die Charité eingeliefert und fiel im Januar 2006 ins Koma. Nur durch eine Magensonde und künstliche Beatmung konnte sie am Leben erhalten werden. „Durch die rechtlich verbindliche Patientenverfügung waren solche Maßnahmen verboten“, sagte Putz. Eine Nichte der Frau habe mit Verweis auf die Patientenverfügung die Ärzte mehrfach aufgefordert, unter anderem die Beatmung schrittweise zu beenden. Nach Auskunft von Rechtsanwalt Putz wurde ihr vorgehalten, dass dies als „Euthanasie“ strafrechtlich verfolgt werden könne. Nachdem die Patienten im Februar dieses Jahres in das Lichtenfelder Pflegeheim Vitanas gebracht wurde, bemühte sich der Humanistische Verband darum, die todkranke Frau sterben zu lassen.

Erst kürzlich war die Charité in die Schlagzeilen geraten: Eine Krankenschwester wird verdächtigt, zwei Patienten getötet zu haben. Die Tatverdächtigte begründete die Tötungen unter anderem damit, dass sie Mitleid mit den schwerkranken Patienten gehabt habe. hah

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