Vulkanasche : Kann man die Aschewolke sehen? Oder macht sie krank?

Keine schwarze Wolke am Himmel, kein Ascheregen in Berlins Straße – aber möglicherweise können die Berliner spektakuläre, blutrote Sonnenuntergänge bewundern.

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Der Himmel über Berlin. Wolken ziehen am Freitag über das Gebäude des ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof hinweg.
Der Himmel über Berlin. Wolken ziehen am Freitag über das Gebäude des ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof hinweg.Foto: dpa

Befragt man Meteorologen, ob die Vulkanasche aus dem isländischen Eyjafialla-Vulkan eventuell in Berlin sichtbar sein wird oder sogar Rußpartikel zu Boden sinken und in die Atemluft geraten können, so sehen die Experten die Dinge eher positiv. „Allerhöchstens wird die Sonne am Samstag oder Sonntag besonders romantisch am Horizont versinken“, sagt Jörg Asmus vom Deutschen Wetterdienst. Denn Vulkanpartikel filtern  die blauen Anteile des Lichts heraus, was Rot und Orange verstärkt. Keine Sorgen machte sich am Freitag auch die Gesundheitsverwaltung. Die Wolke ziehe viel zu hoch über Berlin hinweg, um in die Atemluft zu geraten, hieß es. Messungen bestätigten dies. Auch für Allergiker bestehe keine Gefahr.

In 6000 bis 11 000 Metern Höhe treiben die isländischen Aschepartikel derzeit über ganz Deutschland hinweg, teilt der Deutsche Wetterdienst mit. Zudem sei der Ruß schon „stark ausgedünnt“. Man werde die Wolke deshalb in Berlin, Hamburg oder Frankfurt am Main gar nicht als solche wahrnehmen. „Allenfalls wirken der Himmel und die Sonne tagsüber ein bisschen milchiger oder dunstiger als sonst“, sagt Wetterdienst-Experte Asmus.

Diese Einschätztung haben auch seine Kollegen vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin (FU). Sie kündigen fürs Wochenende eine Hochdrucklage mit  Sonne, wolkenlosem Himmel und keinen Niederschlägen an. Dadurch sei es gänzlich unwahrscheinlich, dass Russpartikel in Bodennähe gelangen, erklärt der Wetterkundler Friedemann Schenk. Aber selbst, wenn Regenwolken entgegen der Vorhersage aufziehen, hängen sie im Normalfall in 1000 bis 2000 Metern weit unterhalb des Vulkanschleiers. Nur Gewitterwolken, die 6000 bis 12 000 Meter in die Atmosphäre aufsteigen, könnten den Ruß erreichen und auswaschen, so dass er sich mit dem Regen niederschlägt.

„Dann würden Sie vielleicht auf manchen Autos dunkle Flecken sehen“, sagt Schenk. Aber Blitz und Donner seien in den nächsten Tagen nicht zu erwarten.  Deshalb sieht er die Situatiuon gelassen. „Wenn Sie eine stark befahrene Straße überqueren, atmen Sie erheblich mehr Rußpartikel ein, als durch die Vulkanasche jemals zu befürchten wäre.“ Auch die Allergiemediziner sahen am Freitag keinen Grund zur Sorge. „Die Aschewolke wird nach bisheriger Kenntnis zu keinen akuten gesundheitlichen Problemen für Allergiker führen“, teilte die Europäische Stiftung für Allergieforschung mit. Auch Asthmatiker seien nicht gefährdet.

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