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Wachdienst vor Schule : Eltern gründen Anti-Terror-Einheit

Nach den jüngsten Terrorwarnungen beobachten an der deutsch-amerikanischen Schule in Zehlendorf besorgte Eltern von morgens bis nachmittags den Pausenhof und die Eingänge.

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Im Zweistundentakt wird patrouilliert. Mit einer Binde um den Arm observieren besorgte Eltern den Pausenhof. Aus Angst vor einem Terroranschlag hat sich in der deutsch-amerikanischen John-F.- Kennedy-Schule in Zehlendorf ein Wachdienst aus Müttern und Vätern gegründet, um die Sicherheitslage an der Schule zu verbessern, wie der geschäftsführende Schulleiter, Reinhard Roth, am Mittwoch bestätigte.

Organisiert wird der Aufsichtsdienst von der Vorsitzenden der Elternvertretung. Dabei werden dem Vernehmen nach vor allem schulfremde Personen angesprochen und nach dem Grund ihres Aufenthalts in der Schule gefragt. Außer Eltern, die ihre Kinder anmelden, oder sich über die Schule informieren wollten, wurde aber offenbar noch niemand Verdächtiges aufgegriffen.

Terrorwarnungen für Berliner Schulen im allgemeinen, oder die John-F.-Kennedy-Schule im Besonderen, gibt es einer Sprecherin der Senatsverwaltung für Inneres zufolge nicht. Auch Beate Stoffers, Sprecherin der Bildungsverwaltung, liegen keinerlei Warnungen für Schulen vor. Es sei aber eine „ernstzunehmende Angst“. Die Eltern müssten selbst entscheiden, ob ein Wachdienst sinnvoll sei. Natürlich gebe es einige Schulen, die bereits jetzt durch die Polizei besonders bewacht würden. Dazu gehören etwa alle jüdischen Schulen und auch die Kennedy-Schule. Die Hälfte der 1750 Schüler dort ist amerikanisch. Für den Wachdienst sieht die Polizei aber keinen Bedarf. Polizeisprecher Thomas Goldack sagte, vor dem Hintergrund der aktuellen Gefährdungslage gebe es „keinen Anlass für zusätzliche Maßnahmen“

Schulleiter Roth ist mittlerweile unglücklich über den Effekt, den der Wachdienst ausgelöst hat. Ziel sei gewesen, den normalen Unterrichtsbetrieb aufrechtzuerhalten. Durch das hohe Medieninteresse rücke man die Schule nun aber in den Fokus der Aufmerksamkeit. Das sei kontraproduktiv.

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