Wachschutz an Schulen : Körting: Skepsis an "paramilitärischen Einheiten"

Berlins Innensenator Ehrhart Körting erneuerte seine Skepsis gegenüber dem Wachschutzvorhaben für Neuköllner Schulen. Die Dussmann-Gruppe war zuvor am Montag überraschend von ihrem Auftrag zurückgetreten.

BerlinDie Frage der Disziplin an Schulen sei nicht durch "paramilitärische Einheiten" zu lösen, sondern durch Pädagogik, sagte Körting in Berlin. Der Innensenator unterstrich zugleich die Eigenverantwortung des Bezirks in dieser Frage. Er wolle niemanden hindern, "seinen Irrweg weiterzugehen". Nach den Worten des SPD-Politikers hat offensichtlich das Anforderungsprofil des Bezirks dazu geführt, dass die Wachdienste gesagt hätten, "das kann nicht unsere Aufgabe sein".

Kritik an dem Bezirksamt übte auch der Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS). Weder das Konzept noch die Vergabekriterien könnten zu einem wirksamen Schutz von Schülern und Lehrern der betreffenden Schulen führen, sagte der stellvertretende BDWS-Geschäftsführer Martin Hildebrandt.

Der Sprecher der Senatsbildungsverwaltung, Kenneth Frisse, sagte, ein Zusammenhang zu dem Scheitern des Vertrages zwischen Dussmann und dem Bezirksamt Neukölln sei "konstruiert". Die Behörde habe sich vor vielen Monaten auf Anfrage zu dem Wachschutzvorhaben in Neukölln skeptisch geäußert. Gleichzeitig sei auf die alleinige Zuständigkeit des Bezirks für dieses Vorhaben hingewiesen worden. (mit ddp)

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