Berlin : Wachsfiguren kehren nach Berlin zurück

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Der Kunstsammler und Immobilienunternehmer Hans Grothe verändert zusammen mit seinem Sohn Thomas weiter das Gesicht der Joachimstaler Straße in Charlottenburg. Am 1. November will das „Hôtel Concorde Berlin“ an der Ecke Augsburger Straße eröffnen – ein FünfSterne-Haus der französischen Concorde-Gruppe mit mehr als 350 Zimmern und Suiten. Die Firma Grothe ist Vermieter des Neubaus. In drei bis fünf Monaten soll darin auch das Wachsfigurenkabinett „Berliner Panoptikum“ einen neuen Standort finden. Außerdem plant Hans Grothe ein Anselm-Kiefer-Museum in einem benachbarten alten Backsteinbau, den er der TU abgekauft hatte.

Das Immobilienunternehmen hat am Joachimstaler Platz auch schon das vor fünf Jahren eröffnete Neue Ku’damm-Eck gebaut. Dafür wurde das alte Ku’damm-Eck abgerissen, welches unter anderem das Panoptikum beherbergt hatte. Dessen Wiedereröffnung war von vornherein geplant. Aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwand die Sammlung trotzdem für lange Zeit: Seit 1997 lagern die rund 350 Wachsfiguren bei einer Firma in Großbeeren.

Fortschritte gibt es anscheinend auch beim geplanten Anselm-Kiefer-Museum. Im Sommer war das Projekt ins Stocken geraten: Das Bezirksamt weigerte sich, auf dem Grundstück des roten Backsteinhauses einen bis zu 42 Meter hohen Anbau zu genehmigen, der zum Teil für gewerbliche Nutzungen gedacht ist. Der denkmalgeschützte Altbau messe nur 24 Meter, argumentierten Bezirkspolitiker.

Nun aber hat Hans Grothe eingelenkt und öffentlich angekündigt, dass der Neubau ebenfalls auf 24 Meter beschränkt werde. Damit steht dem Museumsprojekt wohl nichts mehr im Weg. Allerdings ist im Stadtplanungsamt Charlottenburg-Wilmersdorf noch kein geänderter Bauantrag eingegangen, wie Amtsleiter Rainer Latour dem Tagesspiegel sagte. Grothe war gestern nicht für Nachfragen erreichbar. CD

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