Wachstum in Jahrhunderten : Der Bezirk und seine Teile

Von Sophie-Charlotte bis zum Margrevendorf: ein Blick in die Geschichte des Bezirks.

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]Im Gedenken an seine verstorbene Frau Sophie-Charlotte verlieh König Friedrich I. im Jahr 1705 dem Schloss Lietzenburg und der nahen Siedlung den Namen Charlottenburg. 15 Jahre später wurde als ältester Teil das bereits 1314 aus dem Hof Lusze entstandene Dorf Lützow in die junge Stadt eingemeindet. Mit der Industrialisierung begann ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein Wachstum der Ackerbürgerstadt. 1884 ging der Bahnhof Zoo in Betrieb, ein Jahr später erfolgte die Einweihung der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. du-

Ab 1866 entstand auf einem Plateau des Grunewalds zwischen dem Spandauer Damm und der Reichsstraße eine Villenkolonie für wohlhabende Bürger. Sie war nach dem britischen Vorbild der Trennung der Stände konzipiert und wurde nach dem Londoner Nobelbezirk Westend benannt. Zu den prominenten Bewohnern zählten Marlene Dietrich und Heinz Rühmann ebenso wie Hildegard Knef und Max Schmeling. Heute zählt der Ortsteil auch zu den Diplomaten-Vierteln der Hauptstadt, hier befinden sich acht Botschaften und vier Residenzen. Rund 240 Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

Der älteste Ortsteil ist Wilmersdorf selbst. Es wurde im Jahr 1293 erstmals erwähnt. Nach dem Bau des Jagdschlosses am Grunewaldsee 1542 ließ Kurfürst Joachim II. einen Knüppeldamm bauen - den Churfürstendamm. 1907 wurde Wilmersdorf ein eigenständiger Stadtkreis.

Schmargendorf wurde im Jahr 1354 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name stammt von der Bezeichnung „Margrevendorf“ (Markgrafendorf). Der Ort, der bei der Ernennung zum selbstständigen Amtsbezirk 1899 nur rund 2000 Einwohner zählte, verdankte seinen Reichtum der Umsatzsteuer aus den Grundstücksgeschäften der dort ansässigen Bauern. Nach der Eröffnung des Ringbahnhofs (Heidelberger Platz) 1883 und dem anschließenden Ausbau des Hohenzollerndamms mauserte sich die Gemeinde am Rande des Grunewalds zu einem beliebten Ausflugsziel.

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