Wählen und Auswählen : Heute sind auch die Läden offen

Wählen und Einkaufen – diese Kombination hat es bisher noch nicht gegeben. Am heutigen Sonntag ist es möglich. Beabsichtigt war dieses Duo aber nicht.

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Wählen und Einkaufen – diese Kombination hat es bisher noch nicht gegeben. Am heutigen Sonntag ist es möglich.
Wählen und Einkaufen – diese Kombination hat es bisher noch nicht gegeben. Am heutigen Sonntag ist es möglich.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Von 13 Uhr bis 20 Uhr darf am heutigen Wahlsonntag eingekauft werden, von 8 Uhr bis 18 Uhr können Wähler in den Wahllokalen ihre Stimmzettel ausfüllen. Beabsichtigt war dieses Duo nicht. Der Senat hatte die verkaufsoffenen Sonntage lange vor dem Festlegen des Wahltages für den Bundestag bestimmt.

Acht Sonntage im Jahr dürfen Geschäfte öffnen; hinzu kommen zwei weitere bei besonderen Ereignissen wie etwa Firmenjubiläen oder Straßenfesten. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hatte Arbeitssenatorin Dilek Kolat den 22. September zum Einkaufen freigegeben. Der Anlass: Die Berlin Art Week, die vom 17. September bis zum heutigen Sonntag zum zweiten Mal Messen und Institutionen aus dem Kunstbetrieb vereint.

Um am Sonntag einkaufen zu dürfen, muss es nach außen einen Grund geben. In diesem Jahr folgen am 20. Oktober noch das Festival of Lights, am 3. November öffnet das Jazz-Fest die Türen der Geschäfte, am 8. Dezember ist es pauschal die Adventszeit und am 22. Dezember die Kombination aus 4. Advent, Louis-Lewandowski-Festival – World Festival of Synagogal Music sowie die Weihnachtsmärkte. Andere Begründungen waren in diesem Jahr die Internationale Grüne Woche, das Berliner Theatertreffen sowie die Internationale Funkausstellung. Die Bundestagswahl gehört nicht dazu. Ihr Termin war nach langem Hin und Her erst im vergangenen Februar offiziell benannt worden.

Gespannt, wie sich die Kombination auswirkt, ist Nils Busch-Petersen, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg. Eine Prognose, ob Wählen zum Einkaufen anregt oder die Menschen eher davon abhält, auch noch in die Geschäfte zu gehen, wagt er nicht. „Das kann keiner einschätzen“, sagte Busch-Petersen. Überzeugt ist er aber, dass zumindest die Mitarbeiter, die nun ackern müssen, vorher noch genügend Zeit haben, ihre Stimme abzugeben, wenn sie nicht ohnehin bereits per Brief abgestimmt hätten. Sollte die Kombination für die Geschäfte allerdings ein Knaller werden, müsse man vielleicht darüber nachdenken, dies zu wiederholen. Bundestagswahlen gibt’s aber nur alle vier Jahre.

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