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Wahl und Papstbesuch : Die 7 Berliner Todsünden

17.09.2011 11:00 Uhrvon
Die sieben Todsünden einer Stadt.Bild vergrößern
Die sieben Todsünden einer Stadt. - Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Der Papst kommt, die Wahl auch. Höchste Zeit für einen Blick ins Sündenregister der Stadt. Ehrliche Buße und rasche Umkehr sind jederzeit möglich – aber nicht zu erwarten.

ZORN

Immer will Berlin Erster sein. Die definitive Schmach des vergangenen Jahrzehnts für die Metropole lag deshalb darin, dass der bahnbrechende sog. Wutbürger woanders erfunden wurde. Und dann auch noch in Stuttgart, jener schwäbischen Ansiedlung, die seit den siebziger Jahren als Kinderstube der gefürchteten Berliner Hausbesetzer gilt. Dennoch wird man annehmen dürfen, dass er erst in Berlin zu voller Brisanz heranreift, denn erst die finale Verschmelzung des in wendischen Sümpfen gereiften Urberliners mit dem authentisch schwäbischen Emporkömmling garantiert die volle Wirkung.

Bis dahin müssen wir uns damit zufriedengeben, dass die hiesigen Wutbürger-Azubis ihre Camps rund um den neuen Flughafen Schönefeld aufschlagen, wo sie in den vergangenen Monaten die Tatsache entdeckt haben, dass Flugzeuge ihre Starts und Landungen unter einer gewissen Geräuschentwicklung absolvieren. Seitdem werden immer neue, kurz vor dem Wohnsitz des jeweiligen Wortführers schroff abknickende Flugrouten verkündet, die dann prompt neue Massenproteste auslösen. Das Grundprinzip folgt der traditionellen Anrufung des Hl. St.Florian („Verschon mein Haus, flieg andre an“), denn auch der Berliner Wutbürger möchte sein Urlaubsdomizil in Fuerteventura ja nicht per Bahn ansteuern.

Bemerkenswert ist das Missverhältnis zwischen dem real existierenden Fluglärm in Wedding und Spandau und dem befürchteten am Müggelsee; würde heute ein Verantwortlicher das planen, was die Menschen rund um den Flughafen Tegel seit Jahrzehnten weitgehend gelassen ertragen, dann müsste er damit rechnen, von einer erbosten Menge geteert und gefedert sowie im Schäfersee ertränkt zu werden.

Das konstitutive Grundelement des berlinischen Zorns ist das andauernde Gefühl, „die da oben“ hätten es pfeilgerade auf einen selbst abgesehen – es ist die politische Variante der bekannten Zwangsvorstellung, die andere Supermarktkasse sei die schnellere und die jeweils andere Autokolonne auch viel zügiger unterwegs. Den kleinen Alltagszorn des Berliners verkörpert in reiner Form der hiesige Radfahrer. Als ewig verfolgte Unschuld ist er stets geneigt, unachtsame Autofahrer mit Flüchen und deren Autos mit Faustschlägen zu traktieren. Durch die Stadt ziehen sich längst imaginäre Traumpfade, die nur von Radlern erkannt und genutzt werden und sich jeder rechtlichen Ordnung entziehen.

Soeben scheitert das Bezirksamt Prenzlauer Berg mit dem Versuch, die Kastanienallee, ein Zentrum der Bewegung, wegen massiver Bauarbeiten für Radler zu sperren. Die nämlich fahren nach wie vor um alles herum und über alles drüber, was ihnen die Staatsmacht in den Weg räumt, getrieben nur von der unauslöschlichen Wahrheit, dass ihr Treiben klimaförderlich sei und deshalb größer als die profanen Regeln der Straßenverkehrsordnung. Wer aus dem Auto jemals in die Augen eines Berliner Radlers geschaut hat, der urplötzlich aus der falschen Richtung heranfegt, der ahnt, dass die Attacken gegen die Stuttgarter Bahnbauer nur Vorboten einer größeren, alles vernichtenden Wut sind.

Lesen Sie auf Seite 2, was die zweite Berliner Todsünde ist.

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