Wahlkampf 2011 : Wowereit verspricht Kitaplatz für jedes Kind

Kurz vor der Wahl sagt der Berliner Regierungschef und SPD-Spitzenkandidat mehr Geld und Personal zu. Schon vor der Wahl 2006 hatte Klaus Wowereit mit gebührenfreier Kinderbetreuung für die SPD geworben.

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Die Berliner bekommen mehr Kinder, als erwartet. Deshalb will der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit mehr Kitaplätze schaffen. Foto: dpa
Die Berliner bekommen mehr Kinder, als erwartet. Deshalb will der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit mehr Kitaplätze...Foto: dpa

Der SPD-Spitzenkandidat Klaus Wowereit kündigt kurz vor der Wahl an: „Jedes Kind, das die Eltern in die Kita schicken wollen, bekommt auch einen Platz in der Nähe des Wohnorts“. Um diese Ankündigung möglichst schnell umsetzen zu können, sollen gleich nach der Abgeordnetenhauswahl am 18. September die notwendigen Finanzmittel in den Landeshaushalt 2012/13 eingestellt werden, verspricht der Regierende Bürgermeister. Vor einer Woche hatte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) eingeräumt, dass wegen steigender Geburtenzahlen in Berlin 6000 zusätzliche Betreuungsplätze benötigt werden.

Mit seinem Wahlversprechen reagiert Wowereit auch auf die Kritik von CDU und Grünen, die seit langem einen realistischen Kita-Bedarfsplan fordern und den Betreuungsmangel kritisieren. Die fehlenden Plätze verteilen sich allerdings nicht gleichmäßig über die Stadt. Versorgungsengpässe gibt es nach Einschätzung des Senats vor allem in Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte sowie den innerstädtischen Teilen von Lichtenberg und Pankow. Das liegt einerseits daran, dass dort besonders viele junge Familien wohnen. Andererseits erhöht sich die Nachfrage durch Mütter und Väter, die in anderen Regionen wohnen, aber ihr Kind tagsüber in der Nähe des citynahen Arbeitsplatzes unterbringen wollen. Neue Betreuungsmöglichkeiten müssten deshalb dort geschaffen werden, wo der Bedarf am größten sei, sagt Wowereit. „Die Eltern können die Kinder ja nicht quer durch Berlin transportieren.“

Nach Ansicht Wowereits sind freie Träger und bezirkliche Eigenbetriebe bereit und auch in der Lage, neue Einrichtungen zu schaffen oder bestehende Kitas zu erweitern. Wowereit ist auch optimistisch, dass die dringend benötigten Erzieherinnen und Erzieher aufzutreiben sind. „Die Kita-Träger brauchen dann mehr öffentliche Mittel und die werden sie bekommen“, kündigte der SPD-Landes- und Fraktionschef Michael Müller gegenüber dem Tagesspiegel an. In den parlamentarischen Haushaltsberatungen im Herbst, nach der Bildung eines neuen Senats, müssten die zusätzlichen Kosten durchgerechnet werden. Offenbar gehen die beiden sozialdemokratischen Spitzenpolitiker davon aus, dass sie nach der Wahl in zwei Wochen auch die neue Landesregierung führen.

Wie viel das Vorhaben kosten dürfte, lesen Sie auf Seite 2.

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