Berlin : Wahlkampf: Frank Steffel

Bewertet von Harald Martenstein

Die Ausstrahlung
Bewertet von Harald Martenstein
Steffel sollte nicht versuchen, Schönbohm zu spielen. Er wirkt zu weich dazu, im Grunde mag er wohl Harmonie, die Augen suchen nach Bestätigung. Die harte Tour kommt verkrampft rüber, er lächelt kaum, er flirtet nicht mit der Kamera. Der Auftritt hat etwas Beleidigtes: Was hier abläuft, sagt Steffels Körpersprache, ist eine Schweinerei. Beleidigtsein ist aber unattraktiv für Wechselwähler. Er muss es lockerer angehen.

Die Überzeugungskraft
Bewertet von Gerd Appenzeller
Frank Steffel muss lernen, seine Mimik besser in den Griff zu bekommen. Polemische Untertöne verzeiht man einem ungeduldigen Politiker noch, wenn er zu lange nicht gefragt wird. Aber dann darf er nicht auch noch aussehen, als würde er gleich beißen. Auch wer permanent beleidigt wirkt, kommt nicht gut an. Im zweiten Teil der Sendung hat Steffel aber gezeigt, dass er aus Publikumsreaktionen schnell lernt.

Die Gesprächskultur
Bewertet von Lorenz Maroldt
Der Zwischenrufer. Zusammenhängende Sätze oder gar Argumente sind vom CDU-Kandidaten kaum zu hören. Er unterbricht lieber andere und wirft seine bekannten Wortbausteine in die Runde. Humorfrei und ernst. Widerspricht zuweilen brav ("Das stimmt nicht, Herr Gysi!"), zumeist aber ruppig. Peinlich sein Versuch, sich mittels Hinweis auf Firma und Familie als Ostversteher darzustellen.

Der Unterhaltungswert
Bewertet von Bernd Matthies
Lummerland ist abgebrannt, aber der Geist des inspirierten Antikommunismus lebt weiter, hinter der gewellten Stirn des jungen Kandidaten: Im flotten Schafspelz steckt ein bissiger Hase, wütend darüber, dass ihn niemand ankoalieren will. Freilich muss man die Wade sehr präzise hinhalten, damit er auch trifft. Gipfel der Spannung: Wann wird er seine Firma erwähnen? Diesmal hat es eine halbe Stunde gedauert.

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