Wahlkampf in Berlin : Grüne kämpfen um Direktmandate

Die Berliner Grünen werben vermehrt um die Erststimmen. Vor allem Özcan Mutlu setzt in Mitte auf Personenwahlkampf. "Die Zeit der Bescheidenheit ist vorbei", sagt Renate Künast.

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Intensiver Wahlkampf. Die Grünen kämpfen um die Erststimmen.
Intensiver Wahlkampf. Die Grünen kämpfen um die Erststimmen.Foto: dpa

Hans-Christian Ströbele kokettiert mit seiner Bescheidenheit: „Ich freue mich, wenn ich meinen Wahlkreis hole, selbst wenn es nur eine Stimme Mehrheit gäbe.“ Aber um ein so knappes Ergebnis muss der Grüne nicht bangen; bei der letzten Bundestagswahl lag er mit 46,7 Prozent in Friedrichshain-Kreuzberg (plus Prenzlauer Berg-Ost) weit vorne und konnte mehr Stimmen auf sich vereinen als seine drei Kontrahenten von SPD, CDU und Linke zusammen erzielten.

Ganz anders präsentierte sich Renate Künast, Bundestagsfraktionschefin und Wahlkreiskandidatin in Tempelhof-Schöneberg, am Mittwoch. Sie sprach vom „Ende der Bescheidenheit“. Es grenze „keineswegs an Größenwahn“, wenn die Grünen unter der Devise „alles auf Grün“ in diesem Wahlkampf verstärkt um die Erststimme und damit die Direktmandate kämpfen. Auch in ihrem eigenen Wahlkreis, wo sie 2009 hinter dem CDU-Kandidaten Jan-Marco Luczak den zweiten Platz belegte, sei es nicht unrealistisch, „noch eine Schippe draufzulegen“. Zu den Wahlkreisen, in denen sich die Grünen gute Chancen ausrechnen, weiter nach vorne zu kommen, zählen Mitte, Pankow und Charlottenburg-Wilmersdorf. Vor allem Özcan Mutlu in Mitte setzt auf einen Personenwahlkampf. Bei der vergangenen Bundestagswahl lagen die Grünen in dem Bezirk bei den Zweitstimmen vorne; diesmal möchte der bisherige bildungspolitische Sprecher im Abgeordnetenhaus der Wahlkreis-Abgeordneten der SPD, Eva Högl, auch das Direktmandat abnehmen. Er setzt auf Haustürwahlkampf und Aktionen wie „Mutlu rennt“ oder „Mutlu kocht“. In Pankow tritt Andreas Otto an, in Charlottenburg Lisa Paus.

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