Berlin : Wahlkampf in Berlin: Praktikanten werben für die SPD ...

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Was ist der Unterschied zwischen dem "Berlin-Team" und dem "Team Berlin"? Beide haben mit dem Wahlkampf zu tun. Doch mit dem "Berlin-Team" umgibt sich der CDU-Spitzenkandidat Frank Steffel, lauter prominente Berater für Fachthemen. Für das "Team Berlin" hat SPD-Wahlkampfleiter Michael Donnermeyer 20 Studenten und 120 Freiwillige mit und ohne SPD-Parteibuch rekrutiert, die organisatorische Wahlkampfhilfe leisten. Für die 20 Studenten ist es zugleich ein spannendes Praktikum, das zudem mit 1000 Mark für zwei Monate honoriert wird. Sie werden teils in den Kreisbüros, teils in der Wahlkampfzentrale für Hand- und Spanndienste eingesetzt - Termine koordinieren, Stände aufbauen, Zettel verteilen und so fort. Nach dreitägiger Schulung beherrschen sie alle die Werbeargumente für die SPD und den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit aus dem Effeff. Es hätten sich viel mehr Freiwillige und Studenten gemeldet, sagt Donnermeyer.

Auf die Mobilisierung des eigenen Wählerpotenzials kommt es an, und da ist, wie er weiß, noch viel zu tun. In Umfragen liege die SPD jetzt bei 30 bis 32 Prozent. Bei der Bundestagswahl 1998 kam sie in Berlin auf 37,8 Prozent, die CDU nur auf 23,7 Prozent. Bei der Abgeordnetenhaus-Wahl 1999 war es aber umgekehrt: Die SPD sackte auf 22,4 Prozent, die CDU stieg auf 40,8 Prozent.

Inzwischen ist der SPD-Spruch: "Und das ist gut so!" kommerziell begehrt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete, Friseur und Werbemanager Siegfried Helias will damit Produkte vermarkten; er hat ihn beim Patentamt als Wortmarke angemeldet. "Kein Problem", meint Donnermeyer. Er sei froh, dass der Spruch kommuniziert werde, denn jeder denke dabei an Wowereit. Das Patentierungsverfahren werde bis zum Wahltag dauern und betreffe nur die kommerzielle Nutzung. Für ihren Slogan: "SPD - und das ist gut so" habe sich die SPD "die Internet-Domänen gesichert". Wowereit hatte auf dem SPD-Parteitag im Juni mit dem Bekenntnis überrascht: "Ich bin schwul, und das ist auch gut so."

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