Wahlkampf : Pro Ethik startet eigene Kampagne

Die Initiative "Pro Ethik" ruft mit Rot-Rot zum Volksentscheid auf. Das Motto: "Bündnis Pro Ethik plus Religion - Nein zum Wahlzwang". Zu den Unterstützern der Kampagne gehört auch "Christen pro Ethik".

Ferda Ataman

BerlinDer Wahlkampf für das Fach Ethik beginnt: Die Mitglieder der Initiative „Pro Ethik“ haben am Mittwoch zur Teilnahme am Volksentscheid am 26. April aufgerufen. Unter dem Motto „Bündnis Pro Ethik plus Religion – Nein zum Wahlzwang“ werben sie dafür, dass ein gemeinsamer Ethikunterricht für alle Schüler beibehalten wird und Religion weiterhin Wahlfach bleibt. Laut Pro-Ethik-Sprecher Gerhard Weil – von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – stehen ihnen rund 50 000 Euro zur Verfügung. Mit den Beiträgen der Bündnispartner wurden Plakate und Flyer gedruckt, die schon bald in Berlin verteilt werden sollen. Die Grünen-Partei unterstützt das Vorhaben. SPD und Linke wollen sogar eigene Plakate mit dem Pro-Ethik-Logo drucken. Marc Schulte, der stellvertretende SPD-Landesvorsitzende, erklärte: „Wer eine echte Wahlfreiheit für seine Kinder haben will, muss im April mit Nein stimmen.“ Auch der Landesvorsitzende der Linken, Klaus Lederer, findet es irreführend, dass Pro Reli es „freie Wahl“ nennt, Religion zum Pflichtfach zu machen. Dann könnten die Kinder sich nicht länger für Ethik und Religion entscheiden, sondern nur noch für eines von beidem: entweder – oder.

Die Initiative Pro Reli hatte im Januar den Volksentscheid durchgesetzt, um zu erreichen, dass bekenntnisorientierter Religionsunterricht in Berlin künftig zum Pflichtwahlfach wird. Bislang ist Religion ein Zusatzangebot, Ethik dagegen seit 2006 Pflichtfach für alle Schüler in den Klassen sieben bis zehn. Das Bündnis Pro Ethik setzte sich im Mai vergangenen Jahres aus 18 Verbänden, Parteien und Gruppen zusammen. In ihrem Aufruf heißt es: „Ethikunterricht ist für Berlin unverzichtbar.“ Gemeinsame Werte und Toleranz müssten auf dem Lehrplan stehen bleiben, da über 40 Prozent der Schüler bis 15 Jahren einen Migrationshintergrund hätten.

Zu den Unterstützern gehört auch die Initiative „Christen pro Ethik“. Die Gruppe habe in letzter Zeit einen großen Zulauf gehabt, sagt ihre Sprecherin Constanze Kraft. „Unter Christen gibt es da einen großen Aufklärungsbedarf.“ Viele hätten „im Weihnachtsrausch“ für den Volksentscheid gestimmt, ohne genau zu wissen, wofür. „Wir glauben, dass die Kirche Kindern viel zu geben hat, aber nicht, indem Religion das Fach Ethik übernimmt.“Ferda Ataman

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