• Wahlprognose Bezirk für Bezirk: SPD verliert wohl mehrere Bürgermeisterposten in Berlin

Tempelhof-Schöneberg, Neukölln, Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg, Reinickendorf

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Wahlprognose Bezirk für Bezirk : SPD verliert wohl mehrere Bürgermeisterposten in Berlin
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Bisher noch der Amtssitz von Angelika Schöttler, doch das könnte sich nach der Wahl ändern: Das Rathaus Schöneberg.
Bisher noch der Amtssitz von Angelika Schöttler, doch das könnte sich nach der Wahl ändern: Das Rathaus Schöneberg.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

TEMPELHOF-SCHÖNEBERG

Noch ist Angelika Schöttler (SPD) die Bürgermeisterin, aber das könnte sich nach der Wahl ändern. Sie wurde 2011 von einer rot-grünen Zählgemeinschaft ins Amt gewählt, die damals stärkste Partei CDU hatte das Nachsehen. Jetzt spricht vieles dafür, dass die Grünen die meisten Wähler im Bezirk hinter sich bringen. Dann werden sie voraussichtlich versuchen, eine Mehrheit für ihren Favoriten, den BVV-Fraktionschef Jörn Oltmann, zu organisieren.

Rechnerisch möglich wäre Grün-Rot oder Grün-Schwarz. Es sei denn, die SPD wählt gemeinsam mit der CDU und der FDP die christdemokratische Schulrätin Jutta Kaddatz zur Bürgermeisterin. Möglich, aber eher unwahrscheinlich.

NEUKÖLLN

Das ist eine klare Sache. Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), die im April 2015 dem legendären Parteifreund Heinz Buschkowsky ins Neuköllner Rathaus nachfolgte, wird sich wohl aussuchen können, von welcher Zählgemeinschaft sie im Amt bestätigt werden will. Es wäre möglich, die Kooperation zwischen SPD und CDU fortzusetzen – oder durch eine rot-grüne Mehrheit zu ersetzen. Wenn das nicht reichen sollte, könnte noch die Linke mit ins Boot geholt werden.

TREPTOW-KÖPENICK

Den Sozialdemokraten, die seit 2011 mit Oliver Igel den Bürgermeister stellen, sitzt bei der BVV-Wahl im September die Linke im Nacken, die an den Sozialdemokraten vorbeiziehen könnte. Was aber nicht bedeutet, dass ihr Kandidat, der Treptow-Köpenicker Jugendstadtrat Gernot Klemm, neuer Chef des Bezirksamts wird. Denn die bestehende Zählgemeinschaft aus SPD, CDU und Grünen zugunsten des amtierenden Bürgermeisters Igel ist stabil.

So könnte die Machtverteilung in den Bezirken nach der Wahl aussehen (Klick aufs Bild für große Ansicht).
So könnte die Machtverteilung in den Bezirken nach der Wahl aussehen (Klick aufs Bild für große Ansicht).Grafik: TSP/Gitta Pieper-Meyer

Die Frage ist nur, ob diese drei Parteien in der BVV gemeinsam noch eine Mehrheit haben. Notfalls könnte die FDP mithelfen. Ansonsten müssten die Sozialdemokraten nämlich den Linken Klemm mitwählen.

MARZAHN-HELLERSDORF

An der Spitze des Bezirksamts deutet sich ein Wechsel an. Für den Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) wird sich sehr wahrscheinlich keine Mehrheit mehr finden, weil die bisherige Zählgemeinschaft von SPD, Grünen und CDU die Mehrheit in der BVV verlieren wird. Die 2011 geschmiedete Verhinderungs-Koalition gegen die Linke als stärkster Partei in Marzahn-Hellersdorf funktioniert dann nicht mehr.

Die Linken-Kandidatin und Stadträtin Dagmar Pohle, die von 2006 bis 2011 Bezirksbürgermeisterin war, hat gute Chancen, wieder ins Amt zu kommen.

LICHTENBERG

Ähnlich sieht es in Lichtenberg aus. Auch hier muss die amtierende Bürgermeisterin Birgit Monteiro um ihren Posten bangen, weil die Zählgemeinschaft aus SPD, CDU und Grünen nach der BVV-Wahl aller Voraussicht nach keine Mehrheit mehr hat. Wenn es so kommt, muss die Linke – als mit Abstand stärkste Partei – die Unterstützung der bezirklichen Sozialdemokraten für die Wahl der langjährigen Berliner Abgeordneten und Linken-Bezirkschefin Evrim Sommer für das Bürgermeisteramt einfordern.

REINICKENDORF

Dieser Bezirk ist – neben Steglitz-Zehlendorf – die zweite verbliebene Hochburg der Berliner Christdemokraten. Kaum jemand zweifelt deshalb daran, dass der Bürgermeister Frank Balzer (CDU) nach dem 18. September im Amt bleibt, das er seit 2009 mit Unterstützung der Grünen ausfüllt. Obwohl im Bezirksamt nur Vertreter der Christ- und Sozialdemokraten sitzen.

Die CDU wird mit Sicherheit stärkste Partei bleiben. Die Union könnte die Zählgemeinschaft mit den Grünen erneuern, was derzeit als wahrscheinlich gilt. Falls das nicht funktioniert, könnte die CDU versuchen, in Reinickendorf Schwarz-Rot zu etablieren.

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Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten Bilder aus dem hippen/dreckigen/juten, alten Neukölln (je nach Alter und Herkunft).Und stellen zwei knifflige Fragen: In welchem Ortsteil steht das Karstadt am Neuköllner Hermannplatz? Genau, in Kreuzberg (der Bürgersteig ist die Grenze, das überragende Dach gehört zu Neukölln). Und wer sind die beiden Figuren in der Mitte? Das "tanzende Pärchen" steht dort seit den 80ern, erschaffen wurde es von Joachim Schmettau und drehte sich früher sogar mal. Moment: Joachim Schmettau ... Schmettau? Ja, genau, das ist auch der Mann vom markanten Wasserklops am Europa-Center.Weitere Bilder anzeigen
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14.01.2016 08:38Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten...
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