Berlin : WAHLSPLITTER

Verdächtiger Koffer. Eine anonyme Anruferin lotste die Polizei am Sonntagmorgen zur Falckensteinstraße in Kreuzberg, weil dort ein verdächtiger Koffer nahe einem Wahllokal stehe. Um 8.40 Uhr entdeckten die Beamten das Behältnis am Straßenrand. Sie sperrten die Fahrbahn sofort ab und sperrten das Wahllokal, nachdem sie mit dem Verantwortlichen gesprochen hatten. Kurz darauf meldete sich eine andere Anwohnerin, die die Einsatzkräfte wissen ließ, dass der Koffer schon seit Samstagabend dort stehe. Die Beamten öffneten daraufhin beherzt den Koffer – er war leer. Nach 20 Minuten waren der Einsatz beendet, Falckensteinstraße und Wahllokal wieder frei. Ha

Die Tücken der Behörden. Die Piratenpartei musste nach Auflagen des Bauamts Friedrichshain-Kreuzberg ihre Wahlparty kurzfristig verlegen. Zwar sollte die Sause wie geplant auf dem RAW-Gelände am Bahnhof Warschauer Straße in Friedrichshain stattfinden, aber nicht im „RAW-Tempel“, sondern im „Astra-Kulturhaus“. Darüber hat sich die Piratenpartei vor allem deshalb geärgert, weil sie für die Nutzung der Location Miete zahlen musste. Wie wär’s denn beim nächsten Mal mit entern? as

Wahl-Blockade. Dorothea Ruf, 69, aus Mariendorf, hatte es bei der Wahl nicht leicht. Die Frau besitzt ein Asthma-Sauerstoffgerät, geht am Rollator. In ihrem Wahllokal, dem Eckener-Gymnasium, bremste sie die hohe Treppe. So lief sie langsam weiter zur Schule in der Machonstraße, wo sie schon mal wählte. Dort hieß es: Sie dürfen hier nicht wählen, Sie können höchstens ins Rathaus Tempelhof, oder bis 15 Uhr noch einen Briefwahl-Bevollmächtigten bestimmen. Ins Rathaus kommt sie aber nicht, weil der U-Bahn-Zugang nicht behindertengerecht ist. Dorothea Ruf ärgerte sich sehr, fühlte sich behindert. Beim Landeswahlleiter hieß es, der Hinweis zur Barrierefreiheit stand auf der Wahlbenachrichtigung, die Frau hätte sich früher um Briefwahlunterlagen kümmern müssen. Frau Ruf wollte aber wählen gehen. Bei ihrem Mann, Rollstuhlfahrer, zeigten sich die Behörden schon mal flexibler: Da fuhr ein Wahlbüromitarbeiter mit ihm draußen in die Büsche, Raymund Ruf machte dort unbeobachtet sein Kreuz. kög

Erst wählen, dann Ausflug. Viel Andrang gab es gleich am Vormittag in der Dunckerstraße in Prenzlauer Berg. Vor dem Wahllokal in einer liebevoll sanierten Schule sind die massiv-kunstvollen Fahrradständer gut gefüllt. Die ebenso schicken Fahrräder, viele davon Kinderfahrräder, glänzen in der Sonne. Die Bürger im Szenebezirk kommen mit ihrem Nachwuchs ihrem Wahlrecht vor dem Sonntagsausflug nach. Die Wahlhelfer haben kaum Zeit durchzuatmen. ide

Erst Ausflug, dann wählen. Im Wahllokal im Kiez am Schöneberger Winterfeldtplatz blieb es dagegen am Vormittag zunächst eher ruhig. Die erfahrenen Wahlhelferinnen wissen, woran das liegt: „Das läuft bei uns immer in Schüben. Nach dem Mittagessen geht es richtig los. Und dann wieder nachmittags, nach dem Kaffeetrinken.“ Hinzu kommt heute: „Bei so schönem Wetter kommen dann immer sehr viele um kurz vor sechs.“ Das gemeinsame Mittagessen, die Kaffeetafel oder der Sonntagsausflug: auch – oder gerade – im rosa-bunten Kiez bleiben bürgerliche Rituale erhalten. mah

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