Berlin : Wahlversprechen: Auch private Kitas kostenlos

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Die Freude über das Wahlversprechen des Regierenden Bürgermeisters ist bei den Betreibern von Kitas groß – auch bei den freien Trägern. Klaus Wowereit hatte kürzlich den unentgeltlichen Kita-Besuch für alle Kinder versprochen. Befürchtungen, dass das Ende der Kitas in freier Trägerschaft damit besiegelt sei, sind offenbar unbegründet. „Wir gehen davon aus, dass dann der staatliche Zuschuss erhöht wird“, sagen Martin Hoyer vom Paritätischen Wohlfahrtsverband und Jürgen Schwochow vom Diakonischen Werk. Dass der Landeszuschuss erhöht würde, wenn die Elternbeiträge sinken, bestätigte auch Jens Stiller, der Sprecher von Bildungssenator Klaus Böger (SPD). Von den 1796 Berliner Kitas befinden sich zwei Drittel in freier Trägerschaft.

Die Kitas in privater Trägerschaft finanzieren sich zu 92,5 Prozent aus Zuschüssen des Landes und Elternbeiträgen. Je nach Einkommen der Eltern wird der zu zahlende Beitrag ermittelt, der Rest, der zu den 92,5 Prozent fehlt, steuert das Land bei. Müssten die Eltern nichts zahlen, würde das Land die 92,5 Prozent komplett übernehmen. 7,5 Prozent der Ausgaben finanzieren die freien Träger selbst. Mehr gehe auch nicht, sagen Hoyer und Schwochow.

Wowereits Wahlversprechen würde den Senat laut Bildungsverwaltung 37 bis 38 Millionen Euro kosten. Die privaten Kitas befürchten, dass die zusätzlichen Millionen durch Einsparungen bei der Qualität finanziert werden. Jetzt schon fehle es an Geld für Personal, Aus- und Fortbildungen der Erzieher und die materielle Ausstattung. „Statt die Kitas für die Eltern kostenlos zu machen, sollte der Senat, falls er zusätzliche Millionen hat, besser in die Qualität der Kitas investieren“, sagt Schwochow. Umfragen hätten ergeben, dass Eltern aus dem Mittelstand durchaus bereit seien, Geld für die Erziehung ihrer Kinder auszugeben. clk

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