Berlin : Wahlwerbung: Auf Wahlplakate verzichten? PRO von Ariane Bemmer

Zum Thema Ted: Sollen Parteien auf Wahlplakate verzichten? Fünfmal Steffel, dreimal Wowereit, ein bisschen Grüne und Gysi für die PDS - an Bäumen, Laternen, Häuserwänden werden sie lehnen, hängen, kleben: Wahlkampf steht bevor, und er wird die Stadt verändern. "Teure Materialschlacht" heißt das Zukleben von Straßenzügen, Austeilen von Plaketten, Kugelschreibern und sonstigem Kram im Politjargon. Teuer letztlich auch für die Steuerzahler, weil den Parteien Geld für den Wahlkampf erstattet wird. Und deshalb auch besonders absurd in einer Zeit, in der die maßgebliche Frage für die Zukunft heißt: Wo können wir sparen?

Stattdessen sollte die Politik geschlossen einen ersten Beitrag zur Haushaltssanierung leisten, indem sie auf die teils maßlose Plakatierung verzichtet und das so gesparte Geld anders verwendet - als Zuschuss für ein soziales Projekt, einen neuen Spielplatz, ein Schwimmbad. Es ist ohnehin mehr als fraglich, dass die Zahl der Kandidaten-Konterfeis die Erfolgschancen steigert. Das mag vielleicht für die Markteinführung einer neuen Zahnpasta richtig sein, aber nicht für Parteien, die für sich in Anspruch nehmen, die Stadt vier Jahre lang besser als alle anderen regieren zu können. Auch werden die zu erwartenden Slogans zumindest der Ex-Koalitionäre ("Die neue Kraft", "Und das ist gut so") bis zur Eröffnung der heißen Wahlkampfphase den meisten zum Halse heraus hängen. Von ihrer inhaltlichen Leere mal ganz zu schweigen. Politiker sollen für ihre Politikentwürfe gewählt werden, so viel darf man vielleicht noch erwarten, ohne als romantisch zu gelten. Mit gutem Beispiel vorangehen, ist ein guter Ansatz. Sich wie eine Zahnpasta zu vermarkten, ist nur Reklame.

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