Berlin : Waldmeister auf der Pirsch Tour mit dem Förster

Schon mal Gräser analysiert, Biber belauscht oder Käfer abgelichtet? Manchmal braucht man Förster, die einem die Augen öffnen

Stefan Jacobs

Wie man in den Wald hineingeht, so kommt man heraus. Es sei denn, man begleitet Günter Ruthenberg, den Förster vom Grunewald. Dann wird die Baumversammlung zum Ökosystem, der Hügel zur Teltow-Hochfläche und die Wiese zur Trockengrasgesellschaft.

Durch diese Gesellschaft führt ein Pfad, zu dessen linker Seite die Wiese rötlich schimmert. „Rotes Straußgras“, sagt Ruthenberg. Auf der anderen Seite wächst Silbergras, das der Wiese eine völlig andere Anmutung gibt. Warum hat man das früher nie registriert? Weil man manchmal einen Förster braucht, der einem die Augen öffnet, indem er beispielsweise in die Straußgrasgesellschaft einbiegt und eine Versammlung messerscharfer Halme streng ermahnt: „Landreitgras wollen wir nun gar nicht haben.“ Könnte sein, dass die Samen in den Borsten von Wildschweinen hierher geritten sind. Nun nehmen sie anderen Gräsern die Nahrung weg. Ruthenberg ist auch ein Genießer: Kurze Zeit später schwärmt er vom Morgennebel, der im Herbst oft über der Wiese liege: „Das ist wie in Schottland.“

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Zu Dirk Küster bringt man am besten Fernglas und Taschenlampe mit, damit man dem Biber und den Fledermäusen nachsteigen kann. Sie wohnen dicht beieinander, die Fledermäuse in Bunkern und Baumhöhlen, der Biber in einem gewaltigen Holzhaufen am Ufer vor dem Kraftwerk Oberhavel: solide Bäume, mit Verstand gefällt, so dass der Stamm wie ein Fertiggericht vor seine Schneidezähne fiel und aus dem Stumpf im Frühjahr neues Grün treibt. „Der Biber spielt kein Mikado – der hat das im Blut, dass ihm der Baum nicht auf die Rübe knallt“, sagt Küster. „Den würde ich sofort als Forstwirt einstellen.“ Doch dafür ist der Biber zu schade: Kaum ein Dutzend Exemplare leben in Berlin; im vorigen Jahr wurden fünf überfahren. Einer von ihnen steht präpariert in Küsters Waldschule. Dem einzig Überlebenden im Revier ist die Biberin abhanden gekommen. Morgens, wenn die Fledermäuse sich zur Ruhe hängen, schwimmt er ans Ufer, um sich durch den Tag zu beißen. Allein.

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Josef Vorholt beobachtet durch Makro- und Weitwinkel-Objektiv das große Krabbeln auf einer Düne in Köpenick. Seine Stars sind Hummeln, schillernde Juni-Käfer und orangefarbene Blattläuse mit schwarzen Hörnchen, die tolle Nebendarsteller für „Shrek“ wären. Der Förster und Hobbyfotograf vom Müggelsee lichtet Getier ab, das man zertritt, bevor man es bemerkt. Oder Kunst am Baum – wie die vom Wetter freigelegten Wurzeln einer Kiefer. Daneben ein Stamm, dem Borkenkäfer ein kunstvolles Muster ins Holz gefressen haben. „Schönes Motiv, nur leider gerade im Schatten“, sagt Vorholt. Dann fixiert er die Brutlöcher der Sandbienen. Viel los heute auf der Düne.

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