• Zitty
  • Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Berlin 030
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Waldorf Astoria : Romanisches Café am Zoofenster

22.09.2010 22:25 Uhrvon
Epochal. Neben der Gedächtniskirche wächst das neue Hochhaus am Zoofenster in die Höhe, in dem ein Lokal nach dem Vorbild des Romanischen Cafés entstehen soll. Foto: Imago Foto: imago stock&peopleBild vergrößern
Epochal. Neben der Gedächtniskirche wächst das neue Hochhaus am Zoofenster in die Höhe, in dem ein Lokal nach dem Vorbild des Romanischen Cafés entstehen soll. Foto: Imago - Foto: imago stock&people

Im Waldorf Astoria am Zoofenster soll ein Lokal in der Tradition des Romanischen Cafés entstehen. Die Einrichtung dürfte sich am historischen Vorbild orientieren.

Für Erich Kästner war das Romanische Café vor allem „der Wartesaal der Talente“. Es gebe dort Leute, die „seit zwanzig Jahren, Tag für Tag, aufs Talent warten“, so schrieb er 1928 über das damals berühmte Lokal am heutigen Breitscheidplatz. Es sei „ein infernalisches Gewirr von Charakterköpfen und solchen, die es sein wollen“. Der erste Eindruck: „Haare, Mähnen, Locken, die bedeutend ins Gesicht fallen.“ Der zweite: „Wie oft wird hier die Leibwäsche gewechselt?“

Ein Ort von ambivalentem Ambiente, aber doch eine Legende, verständlich also, dass ein soeben entstehendes Top- Hotel wie das Waldorf Astoria, bemüht um alles, worin es sich von den anderen Top-Hotels der Stadt unterscheiden könnte, an solch eine ruhmreiche Tradition anknüpfen möchte.

Am 22. Oktober ist Richtfest fürs Zoofenster, das neue Hochhaus zwischen Breitscheidplatz und Bahnhof Zoo. Die Eröffnung des darin geplanten Hotels ist fürs vierte Quartal 2011 avisiert, zu dessen gastronomischem Angebot auch eine Art Wiedergeburt des Romanischen Cafés gehören soll, wie Olivier Harnisch – offizieller Titel: Vice President International Operations Germany & Switzerland, Hilton Worldwide – bei einem Berlin-Besuch verriet. Ein Restaurationsbereich, der an die Tradition des Romanischen Cafés anknüpfe, möglichst unter diesem Namen, doch seien noch die Namensrechte zu erwerben, so umschrieb er die Pläne, ließ auch wissen, dass sich die Einrichtung am historischen Vorbild orientieren werde.

Das bedeutet keine innenarchitektonische Kopie, sollte es auch lieber nicht, war doch das Interieur des alten Romanischen Cafés eher umstritten. „Lieblos und ohne jede Stimmung, ein besonders missglückter Bau aus der wilhelminischen Zeit, nur groß, zwei Riesenräume“ – so bemäkelte der Journalist und Schriftsteller Walther Kiaulehn die Lokalität. Das mag auch an der Architektur des wuchtigen, eben „Romanischen Hauses“ gelegen haben, in dessen Erdgeschoss das Romanische Café 1916 eröffnet worden war. Das Gebäude selbst stammte von 1899 und stand etwa auf dem Areal des heutigen Europacenters.

Rasch war das Lokal zu einem populären Treffpunkt für Künstler, Schauspieler, Journalisten und Intellektuelle geworden, streng getrennt nach dem „Bassin für Schwimmer“ und dem für „Nichtschwimmer“. Letztere, die es beruflich noch nicht geschafft hatten, waren deutlich in der Überzahl, es war eben, wie Kästner richtig bemerkt hatte, „der Wartesaal der Talente“. Mit deren Kaffeehausidyll war es 1933 zu Ende. Das Gebäude selbst blieb noch zehn Jahre stehen, bis zur Bombennacht des 21. November 1943. Andreas Conrad

Folgen Sie unserer Berlinredaktion auf Twitter:

Tanja Buntrock:
Karin Christmann:


Robert Ide:


Sigrid Kneist:


Anke Myrrhe:


Hier twittert die Stadtleben-Redaktion des Tagesspiegels. Tipps und Trends, Themen und Termine - alles, was die Stadt bewegt:



Machen Sie mit und verlinken Sie Ihre morgendlichen Fotos mit dem Hashtag #gmberlin. Oder schicken Sie Ihre Fotos wie gewohnt an leserbilder@tagesspiegel.de! Wir freuen uns auf Ihre Bilder!


Die ersten Ergebnisse sehen Sie in unserer Fotostrecke.


Tagesspiegel lokal

Kreuzberg Blog

Berlin ist Kreuzberg. Und umgekehrt. Kaum ein anderer Berliner Bezirk wird so stark mit der Hauptstadt in Verbindung gebracht wie Kreuzberg. Was die Kreuzberger bewegt, viele Kiezgeschichten und Meinungen lesen Sie im hyperlokalen Projekt des Tagesspiegels.
Zum Kreuzberg Blog


Wedding Blog

Der Wedding lebt. Nur wie? Finden wir es heraus, gemeinsam. Wir: die Leser und die Journalisten des Tagesspiegels. Wir schreiben: Ein Blog über den Wedding. Den alten. Den neuen. Den guten. Den schlechten. Und den dazwischen. Früher Bezirk, bis heute Ereignis. Machen Sie mit beim Wedding Blog!
Zum Wedding Blog


Zehlendorf Blog

Zehlendorf – fein, langweilig, reich? Denkste! Wir hinterfragen gemeinsam mit Jugendlichen, Erwachsenen, Prominenten Klischees und schreiben spannende Geschichten aus dem Stadtteil: über Menschen, lokale Politik und ein Lebensgefühl mit Wasser und Wald. Schreiben Sie mit am Zehlendorf Blog!
Zum Zehlendorf Blog

Umfrage

Gunther von Hagens "Körperwelten" werden im Pavillon unter dem Fernsehturm als Museum künftig einen dauerhaften Platz finden. Wie finden sie das?

Tagesspiegel twittert

Service

Empfehlungen bei Facebook

Nachrichten aus den Bezirken

Weitere Themen

Der Tagesspiegel im Sozialen Netz

Veranstaltungen im Tagesspiegel

In unserem Verlagsgebäude finden regelmäßig Salons, Vorträge und Debatten statt, zu denen wir Sie herzlich einladen.
Das Stadtmagazin des Tagesspiegels.

Tagesspiegel-Spendenaktion

Erleben sie mit tagesspiegel.de die ganz besonderen Veranstaltungen in Berlin und Umgebung. Hier können Sie sich Ihre Tickets zum Aktionspreis sichern.

Weitere Tickets...