Walpurgisnacht : Deutlich mehr Festnahmen als 2006

Die Polizei hat in Friedrichshain in der Walpurgisnacht doppelt so viele Personen festgenommen wie zuerst gemeldet - und auch deutlich mehr als im letzten Jahr.

Berlin - In der Walpurgisnacht sind in Berlin deutlich mehr Randalierer festgenommen worden als im vergangenen Jahr. Der 1. Mai verlief unterdessen bis zum Nachmittag ruhig. In Kreuzberg feierten zehntausende Menschen das "Myfest", wo bis Mitternacht mehr als 100 Bands, DJs und Kleinkünstler auftreten wollten, um Krawallmachern den Raum zu nehmen. Zum Auftakt beteten mehrere hundert Menschen bei einem Gottesdienst auf dem Mariannenplatz für einen gewaltfreien Tag. Vor 20 Jahren, am 1. Mai 1987, hatten sich Randalierer in Kreuzberg eine Straßenschlacht mit der Polizei geliefert. Seither kam es Jahr für Jahr zu Gewaltausbrüchen, zuletzt wurde es aber ruhiger. Am Dienstag waren 5000 Polizisten in Berlin im Einsatz.

Bei der traditionellen Maikundgebung der Gewerkschaften demonstrierten rund 12.000 Menschen am Brandenburger Tor gegen Lohndumping und für gesetzliche Mindestlöhne. Am Nachmittag zogen einige Tausend Angehörige linker Gruppen durch Kreuzberg, zu Zwischenfällen kam es nicht.

15 Polizisten verletzt

In der Nacht zum Dienstag gab es hingegen deutlich mehr Festnahmen als während der Walpurgisnacht 2006. Polizeipräsident Dieter Glietsch sprach am Nachmittag von 119 Festnahmen, nachdem im Vorjahr nur rund 70 Randalierer in Gewahrsam kamen. Nach einer Veranstaltung am Boxhagener Platz in Friedrichshain hatten meist angetrunkene Jugendliche die anwesenden Polizeibeamten mit Flaschen und Steinen beworfen sowie Feuerwerkskörper gezündet. 15 Polizisten wurden leicht verletzt. Darüber hinaus setzten Unbekannte vier Autos in Lichtenberg, Friedrichshain und Kreuzberg in Brand. Zu schwereren Krawallen wie in den Vorjahren kam es nicht.

Glietsch zog eine positive Bilanz der Walpurgisnacht. "Unser Konzept der Deeskalation und des konsequenten Einschreitens gegen Gewalt ist aufgegangen." Insgesamt sei ein Rückgang der Gewalt zu beobachten gewesen. So seien die Veranstaltungen im Mauerpark und am Kollwitzplatz ruhig verlaufen. Auch der Kreuzberger Viktoriapark, wo betrunkene Jugendliche mehrere Lagerfeuer entzündet hatten, sei ohne Zwischenfälle geräumt worden. (tso/dpa)

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