Berlin : Walter Müller, Sternverkäufer

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Irgendwie passt Walter Müller gut hinter das Lenkrad eines Mercedes. Eine freundliche kleine Bugwelle gesunder Bedeutung kommt mit ihm in einen der lichten Räume der MercedesWelt am Salzufer. „Ein solches Haus“ wollte er bauen. Heute ist es das Flaggschiff der Daimler-Chrysler-Vertretungen. Kein Verkaufshaus, eine Erlebniswelt, die den mehr als eine Million Besuchern etwas von der Eigenart von Daimlers Autowelt erzählen will. Nicht nur mit neuen, gebrauchten und historischen Fahrzeugen, sondern mit einem bunten Programm von sportlichen und kulturellen Events. Das Salzufer ist in Berlin längst eine Attraktion.

Geboren ist Walter Müller vor 56 Jahren in dem kleinen Bauerndorf Weinheim. „Dort wächst alles“ und er wächst mit seinen drei Geschwistern auf. Sein Vater ist Installateur. In Heidelberg studiert er Physik und Mathematik. Aber mit einer offenbar beeindruckenden Suchanzeige zieht es den Mann, „der immer ein Verkäufer war“, vom Studium weg „zum Daimler“ nach Mannheim und Ulm. 15 Jahre steigt er dort auf und auf. Er verkauft Lastwagen und Pkw. Dann wechselt er zu BMW als Niederlassungsleiter nach Hamburg. Aber 1996 kehrt er als Leiter der Niederlassung Berlin zu Daimler zurück.

Walter Müller empfindet es „als eine enorme Auszeichnung zu der Generation zu gehören, die die Hauptstadt wieder aufbauen darf“. Zwei Jahre lang engagierte er sich als Präsident von Hertha BSC. Die Zahlen belegen, dass das Geschäft blüht: 28 000 verkaufte Fahrzeuge 2003 mit einem Umsatz von 890 Millionen Euro und 1742 Mitarbeitern. Das beste Jahr bisher. Etwas geschmerzt hat ihn, dass die neuen Berliner Polizeiautos nicht den Stern tragen, „wo Daimler doch so viele Arbeitsplätze in der Region unterhalte“.

Für die Zukunft der Stadt und seiner Firma ist Walter Müller positiv gestimmt. Neben der Mercedes-Welt entsteht gerade das neue Smart-Haus. Berlin ist eine „Stadt der Sterne“. Gut eine halbe Million davon sind auf den Straßen der Hauptstadt unterwegs. Bis 2010 soll sich der Umsatz verdoppelt haben. Seine Frage beim Abschied überrascht daher nicht: „Was fahren Sie denn für einen Wagen?“

Heik Afheldt war Herausgeber von „Handelsblatt“, „Wirtschaftswoche“ und des Tagesspiegel.

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