Berlin : Wann darf man eine Buchung stornieren?

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NACHGEHAKT

Nach Anschlägen wie dem jüngsten in Kenia veröffentlicht das Auswärtige Amt Sicherheitshinweise oder Reisewarnungen. Haben Kunden in diesem Fall einen Anspruch, von einer gebuchten Reise zurückzutreten?

Sibylle Zeuch, Pressesprecherin des Deutschen Reisebüros und des Reiseveranstalter Verbandes sagt: „Man muss wirklich zwischen einer Reisewarnung und einem Sicherheitshinweis unterscheiden.“ Bei einer Reisewarnung gebe es für den Kunden einen Rechtsanspruch, den Vertrag zu kündigen. Dieser gelte aber genauso für den Veranstalter. Schließlich habe auch der kein Interesse daran, Kunden in Gefahr zu bringen. „Die Stornierung muss aber nicht unbedingt kostenlos sein.“ Denn möglicherweise habe der Veranstalter Vorleistungen gezahlt. „Kunde und Veranstalter teilen sich die Kosten dann in der Regel.“

Bei einem Sicherheitshinweis handelten Veranstalter in vielen Fällen kulant und ließen Umbuchungen zu. Dies sei aber keine Pflicht. „Das ist letztendlich eine unternehmerische Entscheidung.“

Liege keine konkrete Gefahr vor, müsse die Reise nicht zurückgenommen werden. „Angst ist kein Stornogrund“, sagt Zeuch. Schließlich würde ein Vertrag zwischen dem Kunden und dem Veranstalter geschlossen. Die Urlauber sollten sich vorher über die Sicherheitslage informieren. „Diese Hinweise kann sich jeder anschauen. Und auch die Veranstalter klären bei einer Buchung über Gefahren auf.“bw

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