Berlin : Wannsee-Bad: Die Sanierung kommt in Gang

Stiftung beginnt mit Vorarbeiten. Einnahmen aus Reklametürmen in der City sollen das Projekt finanzieren. Fünf Interessenten für das Restaurant

Claudia Keller

Am Strandbad Wannsee tut sich was. Die Stiftung Denkmalschutz hat eine Bauhütte bezogen und es gibt Interessenten für das historische Strandrestaurant. „Alles läuft nach Plan“, sagt Monika Grütters, die Sprecherin der Stiftung Denkmalschutz. Jeden Mittwoch treffen sich Mitarbeiter der Stiftung und der Bauverwaltung und vermessen, berechnen und planen die einzelnen Baumaßnahmen, damit im April die Ausschreibungen für die Bauunternehmen durchgeführt werden können. Die ersten Arbeiter mit den Baumaschinen werden wohl aber erst im Herbst anrücken. „Wir wollen den Badebetrieb im Sommer nicht stören“, sagt Grütters. Außerdem müssten für jedes Bauvorhaben drei Angebote eingeholt werden, bevor ein Auftrag an ein Bauunternehmen vergeben wird. Bis es so weit ist, werde es Herbst sein.

Zu den Vorarbeiten im Frühjahr gehört auch die Änderung des Bäderbetriebsgesetzes, womit Grütters im März rechnet. Dann gründen die landeseigenen Bäderbetriebe, die eine Anstalt öffentlichen Rechts sind, eine zusätzliche „Infrastruktur-GmbH“. In diese GmbH würde Berlin die Anlagen seiner 64 Bäder übertragen, darunter auch das Strandbad Wannsee. Dadurch werden die Bäderbetriebe Eigentümer der Anlagen, bisher waren sie nur Betreiber. Als Eigentümer können sie Baumaßnahmen leichter ausschreiben und mit Pächtern verhandeln.

Die ersten Gespräche mit potenziellen Pächtern oder Käufern des Restaurants im Strandbad Wannsee führt Bäderchef Klaus Lipinsky bereits in dieser Woche. Fünf Interessenten hätten sich auf die Ausschreibung hin beworben. Ein neuer Pächter muss mehrere Millionen in die Sanierung der Restauranträume investieren.

Die Instandsetzung der maroden Außenanlagen kostet die Stiftung Denkmalschutz zwölf Millionen Euro. Das Geld soll von privaten Spendern und aus Werbeeinnahmen kommen. Dazu will die Stiftung in den Bezirken Wilmersdorf, Charlottenburg und Mitte im Herbst Reklametürme vor Einkaufszentren aufstellen und die Flächen zu Werbezwecken vermieten. Darauf hat sich die Stiftung nach monatelangen Auseinandersetzungen jetzt mit den Bezirksämtern geeinigt. Die Einnahmen fließen dann in die Sanierung. Die mehrere Millionen Euro teure Reparatur der maroden Wasserleitungen und anderer technischer Mängel ist Sache der Bauverwaltung. Das Strandbad Wannsee ist das größte Binnensee-Bad Europas und soll bis zur Feier seines 100-jährigen Bestehen im Mai 2007 in altem Glanz strahlen.

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