Berlin : War der obszöne Anrufer der Mörder?

NAME

Seit über fünf Jahren fahndet die Polizei vergeblich nach dem Mörder von Ilse-Maren Graalfs. Die frühere Ehefrau des Berliner Bauunternehmers Dieter Graalfs war im März 1997 ermordet worden. Die Mordkommission hofft nun, dass ihr die Stimme des mutmaßlichen Mörders hilft, den Fall zu klären. Der Mann hatte wenige Tage, nachdem die kopflose Leiche von Maren Graalfs in einem Entwässerungsgraben im Landschaftsschutzgebiet Lewitz (Mecklenburg-Vorpommern) gefunden worden war, bei der Tochter der Ermordeten angerufen und ihr Obszönitäten auf den Anrufbeantworter gesprochen.

Die Stimme des Unbekannten kann unter der Telefonnummer 699 32 71 01 abgehört werden. Hinweise nimmt die Mordkommission unter 699 32 71 61 entgegen. Noch immer ist eine Belohnung von 50 000 Euro ausgesetzt. Die Profiler im Berliner Landeskriminalamt (LKA) haben ein Täterprofil erstellt. Danach handelt es sich bei dem Mörder von Maren Graalfs offenbar um einen Menschen, der die attraktive, geschiedene Frau möglicherweise aus der Entfernung begehrte, ohne ihr nahekommen zu können. Die Frau muss von diesem Verehrer nicht einmal gewusst haben. Möglicherweise hat sie ihn auch nach einer „für sie bedeutungslosen Annäherung schroff zurückgewiesen“, sagen die Analysten. Für sie ist der Täter ein Mann von „vermutlich mittlerem Alter“. Die Obszönitäten, die der Anrufer und vermutliche Mörder auf den Anrufbeantworter der Tochter von Maren Graalfs gesprochen hat, lassen die Profiler zu dem Schluss kommen, dass es sich um einen verklemmten Mann mit gestörtem Verhältnis zu Frauen handelt.

Rund 3000 Mal wurde bisher die Stimme des Unbekannten abgehört, mehr als ein knappes halbes Dutzend Hinweise ist für die ermittelnde 6. Mordkommission dabei aber nicht herausgekommen, wie ihr Leiter Konrad Zehnpfenning sagt.

Rätselhaft ist nach über fünf Jahren noch immer, wo sich Maren Graalfs in den vier Tagen zwischen dem Verschwinden aus ihrer Wohnung in der Xantener Straße in Wilmersdorf am 21. März 1997 und dem Auffinden der Leiche aufhielt. Auch die Todesursache konnte trotz intensiver gerichtsmedizinischer Untersuchungen nicht geklärt werden. Der Kopf der Ermordeten blieb ebenfalls verschwunden. Klar ist jedoch, dass er erst vom Rumpf abgetrennt wurde, als die Frau bereits tot war. Nur wenige hundert Meter vom Fundort der Leiche entfernt verläuft die Autobahn nach Hamburg. In der Hansestadt stellte der Täter den Mercedes von Maren Graalfs ab, der mit ihr verschwunden war. Nicht gefunden wurde der Schmuck der Frau, Perlenketten, Armbänder, Ringe im damaligen Wert von rund 100 000 Mark. weso

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben