Warnhinweis von Politikern : Stopp-Schild vor Scientology

Ein Schild direkt vor der Scientology-Zentrale warnt Bürger vor der umstrittenen Vereinigung: Deren Tätigkeit stelle "eine mögliche Gefährdung der demokratischen Gesellschaft und der Ausübung individueller Freiheitsrechte" dar und müsse genau beobachtet werden. Aufgestellt wurde das Warnplakat von der Bezirksverordnetenversammlung.

Stop Schild vor Scientology
Dieses Stop-Schild warnt Bürger vor der Scientology-Zentrale vor den umstrittenen Praktiken der Organisation. -Foto: ddp

BerlinDas Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat vor der Deutschlandzentrale der umstrittenen Organisation Scientology in der Otto-Suhr-Allee ein Warnplakat aufstellen lassen. Wie das Bezirksamt mitteilte, ist darauf ein großes Stopp-Schild abgebildet. Darunter steht: "Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf erkennt in dem verstärkten Engagement von Scientology im Bezirk eine mögliche Gefährdung für die demokratische Gesellschaft und die Ausübung individueller Freiheitsrechte."

Weiter heißt es, die "BVV spricht sich gegen die Aktivitäten der Scientology-Sekte im Bezirk und in Berlin aus und erwartet von den dafür zuständigen Stellen in Berlin, dass die Scientology-Sekte in der kommenden Zeit aufmerksam und kritisch beobachtet, gewonnene Erkenntnisse transparent gemacht werden und gegebenenfalls gegen sie eingeschritten wird". Das Plakat wurde vom Unternehmen Wall an einer Litfaßsäule angebracht.

Kein Verbotsverfahren, sondern Beobachtung

Scientology wird in der Hauptstadt seit Jahresbeginn wieder vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Innenminister hatten sich auf ihrer Konferenz in Potsdam im November vergangenen Jahres dagegen ausgesprochen, ein Verbotsverfahren anzustreben. Die Organisation soll aber weiter beobachtet werden. Scientology hatte im Januar 2007 ihre Zentrale in Berlin-Charlottenburg eröffnet. Experten schätzen die Organisation als "problematisch" ein, weil sie wirtschaftliche Interessen verfolge und es für ehemalige Mitglieder schwierig sei, sie zu verlassen. (jnb/ddp)

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