Berlin : Warnstreik auch in Schulen

Gewerkschaften rufen zu Protesten am Mittwochvormittag

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Geschlossene Meldeämter, ausfallende Schulstunden, keine KitaBetreuung: Für Mittwochvormittag müssen sich die Berliner auf Unannehmlichkeiten einstellen. Von 6 bis 11 Uhr wollen die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes mit weiteren Warnstreiks ihre Kampfbereitschaft demonstrieren, nachdem die Tarifverhandlungen mit dem Senat Mitte März ergebnislos vertagt worden waren.

Nach Gewerkschaftsangaben werden von 9 bis 10 Uhr rund 5000 Teilnehmer auf der zentralen Kundgebung vor dem Musical-Theater auf dem Marlene-Dietrich-Platz erwartet. Zuvor wollen die Teilnehmer des Warnstreiks in zwei Demonstrationszügen zum Kundgebungsort laufen. Der eine beginnt um 7.30 Uhr am Lehrter Bahnhof und führt über Friedrich-List-Ufer, Willy-Brandt-Straße, Entlastungsstraße und Eichhornstraße zum Marlene-Dietrich-Platz. Der andere startet um 8 Uhr am U-Bahnhof Möckernbrücke und führt über das Reichpietschufer zur Link- und dann in die Eichhornstraße. Die Polizei sperrt die Straßen während der Demonstration kurzfristig ab und rät, den Bereich in der Zeit zwischen 7.30 und 9 Uhr zu umfahren.

Dazu haben die beteiligten Gewerkschaften Verdi, GEW und Gewerkschaft der Polizei (GdP) dezentral Aktionen geplant, sagten Gewerkschaftssprecher. So hat Verdi zum Warnstreik in Senatsdienststellen und Bezirksämter aufgerufen (bis 11 Uhr). Von 7 bis 10 Uhr wollen sich Mitarbeiter der Technischen Universität auf der Straße des 17. Juni versammeln, und Angestellte des Klinikums Benjamin Franklin veranstalten von 12.30 bis 13.30 Uhr eine „aktive Mittagspause“, in der sie auf der Klingsorstraße demonstrieren.

Ein weiterer, rund einstündiger Protestzug ist in Pankow geplant: Ab 7.15 Uhr vom U- und S-Bahnhof Pankow zum Rathaus. Die Demonstranten passieren die Flora-, Berliner und Breite Straße.

Bestreikt werden auch Schulen und Kindertagesstätten. Wie Dieter Hase, Vorstandsmitglied der GEW, ankündigt, sollen angestellte Lehrkräfte an etwa 20 Schulen im ganzen Stadtgebiet von 8 bis 11 Uhr die Arbeit niederlegen. Es handele sich um Sonder-, Berufs-, Gesamt- und auch vier Grundschulen. Die Eltern seien informiert; bei Bedarf werde ein Notdienst eingerichtet. Von den städtischen Kitas würden sich schätzungsweise 160 an dem Warnstreik von 6 bis 11 Uhr beteiligen. Auch hier gebe es eine Notversorgung.

Die GdP schließlich will Bürgerämter und Meldestellen lahm legen, Politessen gehen nicht auf die Straßen, in den Werkstätten von Polizei und Feuerwehr ruht die Arbeit. Auch der Gefangenenbewachungsdienst streikt – „das müssen dann eben Beamte machen“, so ein GdP-Sprecher. how/tabu

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