Warnstreik bei Atos : Gute Nachrichten für Falschparker

Arbeitskampf mit Vorteilen für Autofahrer: Ein Warnstreik könnte zu Verzögerungen beim Bearbeiten von Strafzetteln führen.

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Den Strafzettel ausstellen ist nur der erste Schritt. Anschließend muss er noch bearbeitet werden.
Den Strafzettel ausstellen ist nur der erste Schritt. Anschließend muss er noch bearbeitet werden.Foto: Stefan Sauer/dpa

Die Band „Die Sterne“ schrieb ja damals in den Neunzigern, als die ganze Republik auf seltsame Musik und schlechte Mode stand, das Lied „Nichts wie wir’s kennen“, mit dem Refrain: „Wir müssen nichts so machen wie wir’s kennen, nur weil wir’s kennen, wie wir’s kennen.“ Die Krux daran: Man versteht leicht: „Wir müssen nichts so machen wie wir scannen, nur weil wir scannen, wie wir scannen.“ Wenn man das einmal so verstanden hat, hört man nie wieder den tatsächlichen Text.

Warum wir Ihnen das erzählen? Zwei Gründe: Erstens haben Sie jetzt einen Ohrwurm, der Sie den ganzen Tag lang an den Tagesspiegel denken lässt. Außerdem passt das zum Tipp des Tages für Autofahrer: Viele der rund 400 Mitarbeiter von Atos in Adlershof treten am heutigen Mittwoch in Warnstreik.

Atos, kennen Sie nicht? Der IT-Dienstleister scannt unter anderem die Strafzettel ein, die Berlins Polizei fürs Falschparken ausstellt. Und wenn die Mitarbeiter streiken gehen, dürfen die Strafzettel ruhig weiterschlafen, und die Autofahrer auch, obwohl sie nicht in der Lage waren, ein Halteverbots- vom Parkplatzschild zu unterscheiden.

"Eine Menge Verzögerungen"

„Wenn’s Geschenke gibt, dann nicht, weil wir uns welche wünschen“, sangen die Sterne, und für viele Autofahrer dürfte der Arbeitskampf tatsächlich wie ein unerwartetes Geschenk daherkommen. Gut, ist nur ein Warnstreik, der auch am Donnerstag um 8 Uhr schon wieder vorbei ist; dann wird wieder gescannt, wie wir’s kennen. Aber der Organisationsgrad ist hoch, sagt Klaus Abel von der IG Metall: Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Berlin sind in der Gewerkschaft. Falls mal der unbefristete Streik kommt, sei mit „einer Menge Verzögerungen“ zu rechnen.

Bevor Sie jetzt aber wie wild die Fahrradstreifen und Einfahrten zuparken, noch ein Statement von den Sternen: „Aber alles besser als stehen zu bleiben.“

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