Warnstreik : Nur die Arbeit ruht

Tausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes beteiligten sich gestern am Warnstreik. Vor allem Kindergärten, Verwaltungen und Bürgerämter waren betroffen. Auch Angestellte der Polizei beteiligten sich. Kommt es nun zu einem unbefristeten Streik?

Warnstreik
Warnstreik in Berlin: Hunderte Erzieherinnen, Polizisten und Mitarbeiter aus Behörden zogen am Donnerstag vor das Rote Rathaus. -Foto: Imago

Tausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben gestern mit einem Warnstreik für höhere Einkommen demonstriert. Nach Angaben eines Verdi-Sprechers beteiligten sich rund 10 000 Landesbedienstete an einer Kundgebung von Verdi, der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vor dem Roten Rathaus. Nach Verdi-Angaben habe der Streik vor allem in Kindergärten, Verwaltungen und Bürgerämtern zu Einschränkungen geführt. Die Eltern der Kita-Kinder verfolgten den Streik mit gemischten Gefühlen: „Einerseits unterstützen die Eltern, dass die Erzieherinnen mehr Geld einfordern“, sagte Burkhard Entrup, Vorsitzender des Landeselternausschusses der Berliner Kindertagesstätten. Andererseits stelle der Streik eine starke Belastung für die Eltern dar, viele hätten gestern Urlaub nehmen müssen.

„Die Erzieherinnen stehen unter besonders hohem Druck, denn ihr Einkommen ist sehr gering“, sagte Rose-Marie Seggelke, die Vorsitzende der GEW Berlin. Im Kita-Eigenbetrieb City hätten sich 45 von 59 Kitas am Streik beteiligt. Sehr hoch sei auch die Streikbereitschaft bei den in Schulen tätigen Erzieherinnen und den angestellten Lehrkräften gewesen.

Unterschiedlich hoch war die Streikbeteiligung in den Bürgerämtern: In Friedrichshain, Kreuzberg und Neukölln blieben alle Außenstellen geschlossen. Im Bürgeramt Mitte war lediglich die Infostelle geöffnet, der Standort Wedding blieb geschlossen. Im trotz Warnstreiks geöffneten Bürgeramt in Tiergarten war der Andrang deshalb groß. In Charlottenburg-Wilmersdorf kam es im Bürgeramt Hohenzollerndamm zu längeren Wartezeiten. Keine Probleme gab es im Bürgeramt im Rathaus Charlottenburg – der Andrang hielt sich dort insgesamt in Grenzen.

Am Warnstreik beteiligten sich auch Angestellte der Polizei: Beim Objektschutz und in der Gefangenensammelstelle legten nach Polizeiangaben insgesamt 124 Polizisten die Arbeit nieder, 111 waren im Notdienst tätig. 70 weitere hätten streiken können, seien aber dennoch zum Dienst erschienen. Verdi kündigte für die kommende Woche eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik an – falls die Arbeitgeber nicht schnell einlenkten. CD/rni/tabu

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